Im am Donnerstag erscheinenden Heft wird auf 27 Seiten dokumentiert, was er mit den Spielern und Verantwortlichen alles erlebte. RS sprach mit Schaar über die Zeit mit den „Kleeblättern“.
Thorsten Schaar, war es für Sie das erste Mal, einen Klub so intensiv zu betreuen?
Das war einzigartig in dieser Form. Auch für unser Heft. Eigentlich suchen wir uns einen Verein für eine Geschichte aus und machen das dann in ein paar Tagen. Da taucht man in ein Umfeld ein, jetzt war es alles etwas genauer.
Schreit das nach einer Wiederholung?
Ich vermute fast, es wird schwierig, einen anderen Verein zu finden. Auch RWO war am Anfang etwas verhalten. In der Hinserie mussten wir uns einiges noch erkämpfen. In der Kabine waren wir auch erst nach dem Klassenerhalt. Aber im Mannschaftsbus mitzufahren war sicher einzigartig. Außer bei Sönke Wortmanns Sommermärchen habe ich von keinem anderen Fall gehört, wo man so eine Fahrt mitmachen durfte.
Warum haben Sie sich für RWO entschieden?
Wir wollten einen normalen Bundesligisten. Aufgrund gewisser Umstände ist RWO sicher der ungewöhnlichste der 36 Vereine. Wenn man die Trainingsbedingungen sieht oder die verantwortlichen Charaktere.

Sind Sie jetzt auch ein RWO-Anhänger?
Jetzt ist die Geschichte veröffentlicht, da kann ich die journalistische Distanz etwas verlieren. Mir ist auf jeden Fall das Stadion ans Herz gewachsen. Es klingt nach Klischee mit der Bratwurst vor dem Spiel, aber es war einfach sehr angenehm in Oberhausen. Wenn man nur mal sieht, dass der Präsident Hajo Sommers sich weiter mitten im Block auf der Gegengerade aufhält, wo ich eine Partie mit ihm zusammen gesehen habe. Diese Mischung aus den besonderen Figuren und dem alten Fußballgefühl hat mir gut gefallen. Ich werde daher sicher noch häufiger vorbei schauen.
Aber...
...ich bin im April Vater geworden und bekam auch von RWO gleich einen Mitgliedsantrag geschickt, wo die Mitgliedschaft auch die ersten sechs Jahre kostenlos ist. Da ist Oberhausen im Bereich Marketing sehr fit. Aber als Düsseldorf-Fan kann ich das meiner Tochter nicht antun. Ich kann mich bei RWO mit sehr vielen Dingen identifizieren. Aber jeder, der Fan von einem Klub ist, der weiß, davon kann man sich nicht entfernen.
Gibt es eine Lieblings-Anekdote aus der Zeit?
Natürlich die intimen Momente. Sehr gut gefallen hat mir das Dart-Treffen mit Sören Pirson, der in dem Sport richtig aufging. Als man ihn darauf angesprochen hat, trat gleich ein Lächeln in sein Gesicht. Es ist schön, den ganz normalen Lebensalltag eines Profis zu zeigen.
Standen die Kicker Ihnen offen gegenüber?
Ja. Es war sicher ein Vorteil, dass sie so schnell von der Oberliga in Liga zwei durchmarschiert sind und nicht verdorben waren. Es war sehr angenehm, die meisten entsprechen sicher nicht dem Klischee eines üblichen Profis. Wir haben zu Beginn nicht gedacht, dass es diese Kameradschaft wirklich gibt. Wir haben nach Konflikten gesucht, aber selbst der Fall Jens Robben hat keine Unruhe ausgelöst.
Wie fällt Ihr Fazit aus?
Die ganze Geschichte hat sich gelohnt, RWO war auch absolut der richtige Verein dafür. Ich denke, Oberhausen ist in den letzten zwei oder drei Jahren die Sensation im Fußball und höher zu bewerten als Hoffenheim. Zwei Ligen hat man durchwandert ohne das große Geld. Und jetzt Platz neun, da halte ich es mit Mike Terranova, der sagte, diese Platzierung ist wie ein Weltmeistertitel.

