Seit Dienstagmittag sind Holtwick und Semmler in Norwegen, in Stavanger. Denn dort beginnt am Donnerstag die Weltmeisterschaft. Der erste Eindruck fällt rundum positiv aus. „Es ist eine wunderschöne Kulisse. Der Hafen mit den riesigen Schiffen im Hintergrund sieht gigantisch aus“, schwärmt Holtwick. Und das Wichtigste ist, dass auch das Wetter den Sportlern hold ist: 22 Grad und Sonnenschein.
Etwas Sorgen bereitet hingegen die Verletzung von Semmler. Bereits bei den German Masters in Berlin musste die 24-Jährige wegen anhaltender Knieprobleme auf die Teilnahme am Finale verzichten. Die deutschen Kontrahentinnen Sara Goller und Laura Ludwig durften sich damit kampflos über Gold freuen. Für Semmler steht nun bis zum Turnierbeginn Regeneration an.
Katrin Holtwick und Ilka Semmler greifen in ihrem Pool erst am Samstag ins Geschehen ein. Zum Auftakt trifft das Duo auf Fernandez Grasset und Esteves Ribalta aus Kuba. „Kuba hat dieses Jahr noch kaum Turniere gespielt. Sie haben in Japan zu Beginn der Saison „nur“ einen 17. Platz machen können, demnach ist es ein bisschen schwer einzuschätzen, in welcher Form sie wirklich sind“, meint Holtwick. Eine besondere Brisanz ist hingegen für Montag zu erwarten, denn dann kommt es zum deutschen Duell gegen Claudia Lehmann und Julia Sude. „So ein Spiel hat es immer in sich“, weiß Holtwick. Der dritte Gruppengegner ist schließlich Italien.
"Ich habe alleine trainiert. Ilka schont sich noch ein wenig und ist momentan bei unserem Doc in Behandlung“, erklärt Holtwick.
Die 25-jährige gebürtige Bocholterin hält sich mit den Erwartungen für die Weltmeisterschaft zurück: „Wir haben uns in erster Linie vorgenommen, Spiel für Spiel anzugehen.“ Zumindest die Gruppenphase wollen die Rehapädagogik-Studentinnen aber überstehen. Mit einem weiteren Sieg im „Single Out“ würde eine Top-Ten-Platzierung locken.
Verstecken braucht sich das Duo ohnehin nicht. Die bisherige Erfolgsliste in diesem Jahr kann sich sehen lassen: Gold beim Auftakt der European Championship Tour auf Gran Canaria sowie bei der smart beach tour in Essen und auf Norderney, Silber beim zweiten Turnier der European Championship Tour in Baden bei Wien und zuletzt in Berlin. Dabei wurde die Saison erst im Mai eröffnet. Es ist vor allem der Lohn für die akribische Vorbereitung, wie Holtwick betont: „Wir haben den Winter über hart gearbeitet und uns intensiv mit den Fehlern der letzten Saison beschäftigt. Umso schöner ist es natürlich, jetzt dafür belohnt zu werden.“
Mit diesen Erfolgen bestätigen die Schützlinge von Headcoach Andreas Künkler zudem die im November vergangenen Jahres erfolgte Nominierung des Deutschen Volleyball-Verbandes zum Nationalteam. „Wir sind dem Verband sehr dankbar, dass er unseren Weg verfolgt hat und uns in den A-Kader berufen hat. Das zeigt uns, dass wir in den letzten Jahren einiges richtig gemacht haben“, meint Holtwick freudestrahlend, gesteht aber auch: „Es war manchmal ganz schön hart. Aber wir haben durchgehalten.“ Bei den Deutschen Meisterschaften Ende August am Timmendorfer Strand und der Europameisterschaft im September wollen die Beiden ihre tolle Saison nach Möglichkeit mit weiteren Podiumsplätzen krönen, aber vorher steht noch die Weltmeisterschaft in Stavanger an.
