Ihre Hausaufgaben haben die Verantwortlichen aber längst gemacht, denn der Kader steht schon seit Wochen fest. Wie wichtig die Planungssicherheit ist und was man nach dem Umbruch von Bochums Bubis erwarten darf, verrät Trainer Nico Michaty im RS-Interview.
Nico Michaty, wie kam es dazu, dass die neue Mannschaft schon vor dem Saisonende feststand?
Es war das erste Mal, dass wir in den Urlaub gefahren sind und dann schon alles klar war. Man schaut schon zu Beginn einer Serie, wo man Bedarf haben könnte. Diesmal hat es sowohl mit den Sichtungen als auch mit den Verpflichtungen sehr gut geklappt.
In diesem Sommer gibt es einen Umbruch, der selbst für eine Reserve beachtlich ist...
Bei uns gibt es eine große Verjüngung. Die Spieler wie David Zajas, Dilaver Güclü, Daniel Klinger oder Sami El-Nounou, die das Gesicht der Mannschaft über Jahre geprägt haben, mussten uns aus Altersgründen verlassen. Letztendlich sind wir ein Ausbildungsbetrieb für die Profis. Die Älteren hatten nicht mehr die Perspektiven für die Bundesliga, daher kommen jetzt viele Jüngere nach.
Wer wird künftig in der Hierarchie oben stehen?
Roman Prokoph und Jürgen Duah sind nun schon die Ältesten. Die beiden werden noch mehr Verantwortung übernehmen und in die Führungsrolle hineinwachsen müssen. Ich denke, dass sie und auch andere sich einen Schritt weiterentwickeln. Hinzu kommt Rouven Schröder als spielender Co-Trainer. Durch den Umbruch entstehen neue Situationen und auch Chancen.
Ihr bisheriger Assistent Markus Pilawa ist künftig fest bei den Profis eingeplant. Ein Verlust für Sie?
Die Aufgaben wurden immer mehr für ihn. Wir haben zweieinhalb Jahre hervorragend zusammengearbeitet, er ist immer total engagiert und sehr loyal gewesen. Er war ein klasse Co-Trainer, nun wird Rouven seine Aufgaben übernehmen. Auch ihn kenne ich schon seit vielen Jahren, wir haben ja früher bei der Reserve zusammengespielt. Er ist fachlich und menschlich ein hervorragender Typ, das wird passen.
Planen Sie mit Rouven Schröder angesichts der Doppelrolle überhaupt noch fest für die Innenverteidigung?
Er soll schon in erster Linie Spieler sein. Man muss mal schauen, wie sich das in der Praxis entwickeln wird.
In der vergangenen Saison konnten sich erstmals nach langer Zeit wieder Akteure für oben anbieten. Wie wichtig war das?
Letztendlich ist das unsere Aufgabe, wir sind ja kein Selbstzweck. Wir sind ein Zulieferungsbetrieb, und das hat mit Fabian, Duah, Prokoph und Vogt schon gut geklappt – und mit Andreas Luthe, der nun einen Profivertrag erhalten hat. Der VfL hat traditionell immer davon gelebt und war darauf angewiesen. Wir hoffen, dass wir weiterhin den einen oder anderen anbieten können.
Wird Kevin Vogt der nächste sein, der sich oben fest etabliert?
Er soll überwiegend oben mittrainieren und bei uns spielen. Er ist ein hervorragendes Talent, das schon mit 17 in der Bundesliga gekickt hat. Der Junge hat ein großes Potenzial, sonst hätte man ihn auch nicht vorzeitig hochgezogen. Ich wünsche allen Jungs, dass sie sich in der ersten Mannschaft festsetzen, auch wenn wir dadurch geschwächt sind.
Was trauen Sie Ihren Neuzugängen zu?
Sie sind alle sehr jung und haben eine große Perspektive. Jeder hat das Potenzial, sofort den Sprung in die Stammformation zu schaffen. Es wird ein großer Konkurrenzkampf herrschen, das belebt das Geschäft.
Was erwarten Sie von der neuen Saison?
Die Liga wird sicher ein Stück härter als im ersten Jahr. Saarbrücken wird oben mitspielen wollen, Mannheim hat das bereits in der vergangenen Saison im Süden geschafft. Der Bonner SC hat ein unglaubliches Potenzial und will eine gute Rolle spielen, hinzu kommt Fortuna Düsseldorf II. Die Aufsteiger sind definitiv stärker als die Absteiger.
Wird es unter diesen Umständen auch für den VfL II schwerer?
Unser Ziel ist ein gesicherter Mittelfeldplatz. Ich hoffe, dass wir die 40 Punkte etwas früher erreichen und nicht ganz so lange zittern müssen. Ich bin jedenfalls zuversichtlich und voller Vorfreude.

