Zuvor sprach RS mit dem 41-Jährigen.
Thomas Strunz noch drei Tage bis zum Startschuss. Werden Sie bis dahin alle Transfers über die Bühne bringen?
Das werden wir sehen. Es ist aber auch nicht so wichtig, unbedingt alles bis zum 1. Juli abgeschlossen zu haben, obwohl ich natürlich mit allen die Vorbereitung durchziehen möchte.
Der Großteil der Mannschaft steht ja auch schon. Wie zufrieden sind Sie mit den Neuen?
Ich bin mit dem Kader, den wir bisher haben, sehr zufrieden, weil ich denke, dass wir mit den Zugängen flexibler geworden sind. Ich habe ja schon einmal angedeutet, dass es für mich ein Kriterium ist, dass die Neuen vielseitig einsetzbar sind. Damit haben wir uns eine Menge Optionen geschaffen.
Sie setzen vor allem auf junge Spieler, die die Liga kennen. Zufall oder Strategie?
Es ist ja nicht so, dass ich mich mit anderen Akteuren nicht beschäftigt hätte. Es gab eine Menge Gespräche, auch mit Leuten aus der 2. und 3. Liga. Letztendlich habe ich mich aber für die Kandidaten entschieden, bei denen ich das richtige Gefühl hatte. Außerdem haben wir mit Dirk Heinzmann ja auch jemanden geholt, der die 30 schon überschritten hat und aus einer höheren Liga kommt.
Die letzte Instanz war also der Bauch und nicht der Kopf.
Bei manchen Spielern - und das hat nichts mit dem Alter zu tun, da waren auch jüngere dabei - gab es einfach Dinge, ob ausgesprochen oder unausgesprochen, die mir gezeigt haben, dass es nicht passt. Schlussendlich war es dann, wie immer, ein Mix aus vielen unterschiedlichen Informationen, der den Ausschlag gegeben hat. Es ging mir auch darum, ganz klare Verantwortlichkeiten zu skizzieren und die Spieler in die Verantwortung zu nehmen.
Wie wird die Vorbereitung aussehen? Werden Sie den „Schleifer“ raushängen lassen?
Fitness ist in dieser Liga, gerade wegen der vielen U23-Mannschaften mit vielen jungen, gut ausgebildeten Spielern, sicherlich elementar wichtig. Da kann man auch nicht, wenn man aus einer höheren Liga kommt, denken: ‚Dann mache ich eben viele Sachen mit dem Auge‘. Dafür gibt es 1000 Beispiele. Ein Ronaldinho kann heute mit zehn Kilo mehr sicherlich noch genauso Fußball spielen, sich aber nicht mehr bewegen. Das bedeutet aber nicht, dass wir in der letzten Saison geschlampt hätten. Wir sind auch so ganz gut durch die Englischen Wochen gekommen. An der Fitness hat es jedenfalls nicht gelegen.
Also kommt der „Mount Strunz“ nun oder nicht?
Mal sehen, was im Zuge des Stadionneubaus alles möglich ist.
Wie geht es Ihnen persönlich. Macht sich vor der ersten Einheit die Anspannung bemerkbar?
Nervös bin ich eigentlich nicht. Vielmehr freue ich mich, dass es am Mittwoch wieder los geht und so geht es auch den Spielern, mit denen ich gesprochen habe. Außerdem bin ich von der Qualität jedes Einzelnen überzeugt. Unser großes Plus ist, dass wir in dieser Saison wissen, was auf uns zukommt und was es für das Angehen einer Partie gegen Lotte oder Elversberg benötigt, denn wir haben Leute in unseren Reihen, die die Topspieler dieser Liga waren. Trotzdem geht es immer nur über die Kompaktheit und die mannschaftliche Geschlossenheit. Dabei werden Respekt, Akzeptanz und Vertrauen absolute Schlüsselelemente sein.

