Beim Trainingsauftakt der fünf Bundesligisten am Montag interessierte weniger das lockere Aufgalopp der Teams als vielmehr das Geschehen abseits des Rasens. So war bei 1899 Hoffenheim das Transfer-Gerangel um Demba Ba zwischen den Kraichgauern und dem Ligarivalen VfB Stuttgart das beherrschende Thema. "Ich bleibe dabei: Mir ist es am liebsten, wenn er bei uns bleibt. Ich gehe auch davon aus, dass er bleibt", sagte Trainer Ralf Rangnick an seinem 51. Geburtstag. Der Coach machte aber keinen Hehl daraus, dass er auf einen Abgang seines Angreifers, der beim VfB den zu Bayern München gewechselten Nationalstürmer Mario Gomez ersetzen soll, vorbereitet ist: "Sollte Demba gehen, werden wir darüber hinaus keinen weiteren Spieler gehen lassen."
Den Weg ins erste Trainingslager der Hoffenheimer im Westerwald wird der Senegalese am Dienstag nicht antreten. Der wechselwillige Ba kann derzeit nicht trainieren, da nach der vergangenen Saison ein Nagel aus seinem Bein entfernt wurde. Der Nagel war im 2006 nach einem Schien- und Wadenbeinbruch eingesetzt worden. Ba, für den die Schwaben angeblich 17 Millionen Euro Ablöse bieten, musste sich deshalb am Montag einer ersten Nachuntersuchung unterziehen. Derweil fieberte Eintracht Frankfurt schon dem Pokal-Hit Ende Juni bei Drittligist Kickers Offenbach entgegen. "Eine bessere Saisoneröffnung hätten wir uns nicht wünschen können. Mit Offenbach haben wir ein Traumlos erwischt. Ich kann verstehen, dass sich die Fans in der Region wie verrückt darauf freuen. Klar ist, dass wir als Sieger vom Platz gehen wollen", sagte der neue Trainer Michael Skibbe. Der Nachfolger von Friedhelm Funkel versprach zwar keinen "Hurra-Fußball", dafür aber eine weitaus attraktivere Spielweise als zuletzt: "Wir wollen vor allem in den Heimspielen nach vorne spielen und unsere Fans begeistern."

Setzt ganz auf Heynckes: Rudi Völler. (Foto: firo)
Bislang wurden die beiden Neuzugänge Maik Franz (Karlsruher SC) und Ralf Fährmann (Schalke 04) verpflichtet. Ein neues Gesicht präsentierte Aufsteiger 1. FC Nürnberg zum Trainingsauftakt. Der neunmalige deutsche Meister holte den Ex-Frankfurter Armin Reutershahn als neuen Assistenten von Chefcoach Michael Oenning. "Er ist ein erfahrener Mann, kennt die Liga und kann selbständig arbeiten", sagte Oenning über seinen neuen "Co". Zusammen wollen sie dafür sorgen, dass der Rekord-Auf- und Absteiger der Liga (je siebenmal) endlich sein Fahrstuhl-Image ablegt. "Der Klassenerhalt ist ganz klar unser Ziel", sagte Oenning.
Wesentlich höhere Ziele verfolgt Trainer Jupp Heynckes bei Bayer Leverkusen. Der Altersunterschied zwischen dem 64 Jahre alten Trainer und den Spielern sei dabei kein Problem, meinte Sportdirektor Rudi Völler. "Ich bin mir sicher, dass er die Mannschaft führen und entwickeln kann", sagte Völler. Heynckes selbst meinte nach dem ersten Training: "Es hat richtig Spaß gemacht. Es ist hier eine große Herausforderung für mich, die ich gerne annehme." Konkrete Ziele wollte er noch nicht nennen. "Aber meine Mannschaften haben fast immer attraktiven Fußball gespielt. Das soll auch hier so sein", erklärte Heynckes.
Am Montag begrüßte er 19 Spieler, darunter Neuzugang Eren Derdiyok (FC Basel) und Rückkehrer Theofanis Gekas. Neben den verletzten Patrick Helmes und Pierre de Wit (beide Kreuzbandriss) sowie den U21-Nationalspielern Daniel Schwaab und Gonzalo Castro fehlten auch Arturo Vidal und Neuzugang Sami Hyypiä (FC Liverpool), die aufgrund von WM-Qualifikationsspielen länger Urlaub bekamen. Hannover 96 präsentierte derweil in Constant Djakpa und Valdet Rama zwei Neuzugänge. Der dritte, Karim Haggui, tritt seinen Dienst bei den Niedersachsen am 6. Juli an. Doch über weitere Namen wird spekuliert. Für den Abwehrbereich gilt der Portugiese Pedrinho (Academica Coimbra) als potenzieller Kandidat, für die Offensive wird im Vereinsumfeld Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah von Schalke 04 gehandelt.


















