Und Trainer Roger Schmidt lässt im RS-Interview keinen Zweifel daran, welches Ziel der SCP in der kommenden Spielzeit verfolgt.
Roger Schmidt, wie ist Ihr erster Eindruck von der neuen Mannschaft?
Sehr gut! Dadurch, dass wir den Kern des letzten Jahres behalten haben, müssen wir nicht bei Null anfangen. Und mit den Neuzugängen haben wir uns noch einmal verstärkt, so dass wir über eine etwas bessere Truppe als im letzten Jahr verfügen.
Ist es nicht sogar ein deutlich stärkeres Team?
Das müssen wir noch beweisen. Auch im letzten Jahr waren wir als Vierter und als Westfalenpokalsieger nicht ganz unerfolgreich.
Das Problem der mangelnden Durchschlagskraft wird man in der kommenden Saison nicht mehr haben, oder?
Wir waren im Offensivspiel sehr gut, aber uns hat die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor gefehlt. Mit Wojciech Pollok und Sami El-Nounou haben wir Qualität dazubekommen. Im Sturm habe ich jetzt sehr gute Auswahlmöglichkeiten.
Ist man unter diesen Voraussetzungen ein ganz heißer Aufstiegskandidat?
Das ist in dieser Liga sehr schwer zu sagen. Natürlich machen wir uns Hoffnungen, um die Meisterschaft zu spielen. Das ist realistisch, so viel Selbstvertrauen haben wir auch.
Wer sind für Sie die Hauptkonkurrenten um den Aufstieg?
Das ist ja fast die halbe Liga. Es ist fast einfacher, darüber nachzudenken, wer es nicht sein wird. Es gibt keinen klaren Favoriten.
Ist die West-Staffel stärker geworden?
Durch Waldhof Mannheim und Saarbrücken ist sie auf jeden Fall noch attraktiver geworden. Das geht fast in Richtung der alten Regionalliga West/Südwest. Die vierte Klasse hat allerdings damit zu kämpfen, dass sehr viele Zweitvertretungen dabei sind.
Was ist denn einfacher: der Aufstieg in die 3. Liga oder der dortige Klassenerhalt?
Das ist überhaupt keine Frage. Wir hätten uns auch letztes Jahr schon in der 3. Liga behauptet. Aber den Aufstieg zu packen, ist wirklich sehr schwierig. Damit hätte auch jeder aktuelle Drittligist Probleme.
Eine neue Haupttribüne, das DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin – spüren Sie eine Aufbruchstimmung im Verein?
Auf jeden Fall. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren eine Entwicklung durchgemacht. Man hat sich entschlossen, etwas Neues aufzubauen, auch wenn das vielleicht etwas länger dauert. Es soll eben nicht jedes Jahr versucht werden, mit 20 neuen Spielern aufzusteigen. Wir haben uns weiterentwickelt, das wird auch im Umfeld so wahrgenommen.
Glauben Sie, dass Ihre Mannschaft mit der großen Erwartungshaltung umgehen kann?
Das war in den vergangenen zwei Jahren ja nicht anders, da haben wir es auch hinbekommen. Die Truppe hat in Sachen Druck Erfahrung gewonnen und konnte sich freischwimmen. Dass sie in der Lage sind, Titel zu holen, haben sie gezeigt. Die Siegermentalität ist vorhanden.
Nachdem die Transfers von Rudi Zedi und Finn Holsing gescheitert sind: Wird noch etwas passieren?
Wir würden gerne noch einen Akteur verpflichten, der flexibel in der Defensive einsetzbar ist. Er sollte auf der Sechser-Position zu Hause sein, aber auch auf der rechten Außenbahn spielen können. Wir haben uns entsprechende Optionen geschaffen. Ich hoffe, dass da so schnell wie möglich etwas passiert.

