Der neue Co-Trainer der „BVB-Bubis“, der die Nachfolge von Ingo Preuß antritt, bilanzierte nach seiner ersten Einheit sichtlich zufrieden: „Die Bedingungen sind perfekt. Das bin ich aus der Westfalenliga gar nicht gewöhnt, da haben wir meist abends und auf Asche trainiert.“
Diese Zeiten sind für den 28-Jährigen vorbei, zumindest was die Rahmenbedingungen angeht. Doch dass auch beim BVB manchmal nicht alles perfekt läuft, konnte man am Mittwoch eindrucksvoll beobachten. Gerade einmal zwölf Spieler hatten sich zum ersten Training auf dem Feld eingefunden, darunter der mittlerweile in Fußball-Rente gegangene BVB-Jugendkoordinator Lars Ricken und Testspieler Glen Akama-Eseme.
Zuletzt kickte der 22-Jährige für die Zweitvertretung des Wuppertaler SV. Eine Woche hat der schnelle Linksfuß, der sowohl links in der Viererkette als auch im Mittelfeld eingesetzt werden kann, nun Zeit, um sich zu präsentieren.
„Es ist gut, dass er da ist. So haben wir wenigstens eine Mannschaft zusammen“, übt sich BVB II-Coach Theo Schneider angesichts der vertrackten Personalsituation in seinem Kader in Galgenhumor. Vorerst wird der 48-Jährige mit seinem Rumpfteam vorlieb nehmen müssen.
Die neun A-Jugendlichen, die in den Drittliga-Kader aufrücken, befinden sich nach dem verlorenen DM-Finale noch bis zum 13. Juli im Urlaub. Yasin Öztekin, Christopher Kullmann, Bajram Sadrijaj, Uwe Hünemeier, David Vrzogic und Marcel Höttecke trainieren dagegen die ganze Zeit mit den Profis von Jürgen Klopp.
„Schon im Winter hatten wir mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, aber diesmal ist es noch extremer“, stöhnt Schneider, der besonders mit dem engen Terminplan hadert: „Wir fahren vom 16. bis zum 21. Juli ins Trainingslager nach Marienfelde. Doch wenn wir Pech haben und freitags spielen müssen, starten wir bereits drei Tage später in die Liga.“
Schneiders Schwierigkeit besteht vor allem darin, alle Spieler auf den Punkt fit zu bekommen. Keine leichte Aufgabe angesichts einer zerstückelten Vorbereitung mit nur wenigen gemeinsamen Einheiten. „Wir müssen die ersten Spiele überstehen, danach werden sich unsere Probleme lösen“, legt der Ex-Bielefelder seine Hoffnung deshalb ausgerechnet in den Faktor „Zeit“, der sich mittelfristig vom Nach- zum Vorteil wenden soll.

