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DM der Mathematiker: 5. Juli 2009, Otto-Hahn-Straße, TU Dortmund
Eine glatte Eins für die Bonner

Mathematikern wird oft unterstellt, dass sie Langweiler und schlechte Sportler sind. In Dortmund widerlegten sie am Wochenende viele Klischees, die ihnen vorauseilen. Die aus der gesamten Republik angereisten Studenten der „Wissenschaft der Zahlen“ feierten ein ganzes Wochenende und zeigten ganz nebenbei noch, dass sie nicht nur Wurzeln ziehen, sondern auch Tore schießen können.

Fußballer sind keine Mathematiker! Spätestens seit Ingo Anderbrügges Kommentar „Das Tor gehört zu 70 Prozent mir und zu 40 Prozent dem Wilmots“, ist das jedem klar. Anders ist es bei den Mathematikern: Die können mitunter sehr gut Fußball spielen. Das bewiesen die 37 Teams aus ganz Deutschland bei der 8. Deutschen Fußball-Meisterschaft der Mathematiker (DFMDM) auf dem Gelände der TU Dortmund.

So lässt es sich auch bei der Mathe-DM leben: Die Studenten genießen die Veranstaltung.

Die DFMDM ist ein deutschlandweites Fußballturnier für alle Mathematik- und Wirtschaftsmathematik-Studenten. Den Sinn dieser Veranstaltung betont Matthias Pelster von der TU Dortmund: „Wir sind zwar alle Mathe-Studenten, jedoch standen an diesem Wochenende Party und Fußball im Vordergrund. Ich habe niemanden gesehen, der sich hier über Mathematik unterhalten hat. Das Turnier soll ja ein bisschen Abwechslung in unseren Universitäts-Alltag bringen.“
Am Final-Tag am Sonntag war genau das für jeden Anwesenden zu spüren. Die einzigen Hinweise für ein Turnier der „Rechenkünstler“ waren Team-Namen wie z.B. „Torpedo Epsilon Inferno“, „Berlin Math Soccer“ oder die Preise am Verpflegungsstand - doch auch diese Zahlen waren für sowohl das Auge, als auch für den Geldbeutel der Mathe-Studenten angenehm. Ansonsten waren junge Männer und Frauen anzutreffen, die zum Teil noch vom nächtlichen Treiben sichtbar angeschlagen auf drei Rasenkleinfeldern sechs gegen sechs Fußball spielten. „Gestern haben wir eine große Party im Hörsaalzentrum geschmissen. Das war eine geile Sache. Da war das eine oder andere Bierchen wohl zu viel“, lächelte der mit einer Sonnenbrille getarnte Pelster.

In den Viertelfinal-Begegnungen war vom „Pilsken“ am Vorabend aber nichts mehr zu sehen. Die Spiele hatten bei gut 30 Grad Celsius ein ordentliches Niveau mit einem guten Tempo und sehenswerten Hackentricks, die fein von den „Zahlen-Cracks“ ausgerechnet waren - und meist auch klappten.
Nur der Promillerechner lief

Die Teams, für die bereits am Samstag das Aus kam, feierten am Sonntag trotzdem auf dem Gelände an der Otto-Hahn-Straße. So diskutierte die „Augsburger Gruppenkiste“ mit dem Autor über den Promillegehalt im bayerischen Weißbier und im Dortmunder Pils. Offensichtlich können die Mathematiker also doch nie ganz ihre Finger von den Zahlen lassen.

Sportlich gesehen gab es die Note „Sehr gut“ für das Team „Haussdorff“ der Uni Bonn. Die Rheinländer können offenbar am besten Flugbahn und Aufschlagwinkel des Balls berechnen. Jedenfalls gewannen die kickenden Mathematiker vom Rhein erst ihr Halbfinalspiel gegen die „Killing Formation“ aus Dortmund, den Ausrichter und Sieger des Vorjahres, ehe die Bonner „Rechen-Mannschaft“ anschließend auch das „Team Trivial“ aus Magdeburg im Finale mit 4:2 nach Elfmeterschießen besiegte. Damit findet die 9. Auflage der DFMDM im Sommer 2010 in der ehemaligen Bundeshauptstadt statt. Einen Erfolg gab es dann doch noch für das Ruhrgebiet und die Gastgeber-Uni. Die Mädels aus Dortmund entschieden den Frauenwettbewerb unter vier Mannschaften für sich. Das Team „Zahlenteufel“ besiegte im Finale die „Psi-Cos“ aus Essen mit 4:1.

Egal wen man fragte, man bekam immer nur die gleiche Antwort zu hören. „Das ist eine Bomben-Veranstaltung mit Super-Jungs, leckeren Bierchen und nebenbei interessanten Begegnungen. Wir freuen uns das ganze Jahr auf den Sommer, denn dann fahren wir immer zur DFMDM.“

Es muss also nicht immer um Binomische-Formeln, Geometrie, Pythagoras und Co. gehen. Schließlich verbindet nichts auf der Welt die Menschen mehr als der Sport, vor allem dann, wenn der runde Ball im Spiel ist und ins Eckige muss. Aber Kugel und Rechteck - das ist ja im Grunde nichts anderes als Mathematik pur.

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