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VfL: Tagebuch aus dem Trainingslager aus St. Gallen
Es geht um die Wurst

Bald ist es wieder soweit. Am zweiten August-Wochenende startet die Bundesliga in die Saison 2009/10. Da geht es sportlich um die Wurst.

Wobei das mit der Wurst so eine Sache ist. Die Bochumer sind verwöhnt, vermissen schon nach wenigen Tagen im Ausland eine echt Dönninghaus. Wie gut sie schmeckt weiß man erst, wenn man in der Schweiz war.

Die Schweizer Stadionwurst mit dem klingenden Namen „Cervelat“ (gesprochen: „Servela“), erstmals erwähnt 1891, ist eine nationale Institution. Sie wird über 150 Millionen Mal im Jahr gegrillt („grilliert“), gebrüht oder roh gegessen („vo Fuscht“ – von der Faust). Jeder Schweizer isst im Durchschnitt 21 Nationalwürste jährlich. Die Wurst wird selbstverständlich von nichts anderem umhüllt als vom Darm des Zebu-Rindes. Das war schon immer so, könnte sich aber ändern, denn seit dem 1. August 2006 gibt es ein Einfuhr-Verbot für brasilianischen Rinderdarm. Die Voraussauge der Experten, dass währen der Fußball-Europameisterschaft die letzte „Cervelat“ gegessen wurde und die Nationalwurst damit Geschichte ist, erfüllten sich nicht. So müssen die VfL-Fans in der Schweiz weiterhin diesen „Gourmet-Genuss“ über sich ergehen lassen. Bis zu vier Euro kostet die „Cervelat“-Wurst auf dem Sportplatz, ist zumeist angebrannt und wird grundsätzlich ohne Senf gereicht, damit man die verbrannten Stellen auch besser genießen kann.

Kurz, so ein richtiger Renner ist die Schweizer Stadionwurst nun wirklich nicht, die von den Touristen meist nur gegessen wird, wenn man Hunger hat und es nichts anderes gibt. Gott lob, Mittwochabend in Bochum gibt es wieder eine echte Dönninghaus.

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