Tops
Warum nicht mit dem Positiven beginnen? Auf Platz eins der Tops steht der absolute Teamgeist der Mannschaft. Ob bei Minustemperaturen auf dem Eis des Säntis-Gipfels oder im Brutkasten Stadion Letzigrund, das Team um Kapitän Marcel Maltritz hat funktioniert. Und wenn man sich im Training auch fast mal an die Gurgel gegangen ist, beim obligatorischen Absacker-Bier hatten sich alle wieder lieb. Trotz des brutalen Konkurrenzkampfes, der derzeit herrscht, gibt sich die Truppe als Team – klasse.
Platz zwei geht an Trainer Marcel Koller. Den Fußballlehrer, den früher während der Arbeit sogar ein in anderthalb Kilometer entferntes Handyklingeln aus der Ruhe brachte, ist gelassener geworden, gestaltet die Tage der Maloche in Events mit nachhaltigem Charakter ohne auch nur ein Millimeter von seinem Ziel abzuweichen. Mittlerweile ist Kollers Immunsystem selbst gegen die „merkwürdigste Kritik“ von außen gestählt. Koller ist einerseits Fachmann, mittlerweile Entertainer und Fan-Vorsitzender, der sogar Schokoküsschen an die Anhänger vor Ort verteilte.
Auf Platz drei sind befinden sich die Dutzend Fans. Ein verschworener Haufen der da ist, ohne das er stört, der unterstützt statt zu kritisieren, der aufmuntert und nicht draufhaut und der lieber auf dem Platz ist als im Internet. Schade, dass diese Gruppe nicht noch 19.000 gleichgesinnte Bochumer hinter sich weiß.
Flops
Mal ganz ehrlich. Wenn man im Sommer in die Schweiz fährt, dann erwartet man nicht nur grüne Berge, felsige Gipfel und leckere Schokolade, sondern auch ein paar Sonnenstrahlen. Wenn die Spieler angesichts der hohen Belastungen sicherlich gerne auf die ein oder andere Sonnenstunde verzichtet haben, irgendwie hatte sie doch gefehlt. Bei der Abreise am Mittwochvormittag hat es sogar richtig gegossen. Mit etwas Schadenfreude könnte man sogar sagen, da trifft es die Richtigen – den gerade angereisten 1. FC Nürnberg.
Auf Platz zwei der Flop-Liste - eigentlich hätte er die Spitzenposition verdient - steht ein Deutschlehrer aus Bochum. Mit der Freundin aus der Nachbarstadt Gelsenkirchen angereist, wollte er seinen Freunden die große Welt des Fußballs präsentieren und ließ dabei kein Fettnäpfchen aus. Doch den Gipfel erreichte der Schlauberger, als er beim Fanabend lauthals den Aufenthalt in der Schweiz als Larifari-Trainingslager bezeichnete. Dabei hat er in elf Tagen gerade mal zwei Einheiten gesehen.
Und dann war da ja noch das Schweizer Nationalgericht, die Cervelatwurst, die auf den Sportplätzen meist angebrannt und zu erhöhten Preisen und mit dem Hinweis – die ist so lecker, dazu gibt es keinen Senf – unter das Fußballvolk gebracht wird. Das bedeutet für mich: Ab zum Stadionfest an die Castroper Straße und eine Bratwurst von Dönninghaus.
Letztmals ein Grüezi aus der Schweiz

