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Kein Eis am Gysenberg
Herner EV vor ungewisser Zukunft

Die Eishalle Gysenberg weist erhebliche Mängel auf und ist nicht bespielbar. Der Herner EV muss nach Gelsenkirchen umziehen, es fehlen 1,2 Millionen.

Gerade mal ein Jahr ist es her, dass Ralf Pape die Hener Eissporthalle übernahm und mit einigem finanziellen Aufwand die behördentechnische Abnahme der Halle bewerkstelligte. In diesem Sommer holen die Herner die Versäumnisse der Vergangenheit nun aber endgültig ein. Bereits 2008 kam der Klub nur mit der Auflage davon, im Sommer 2009 eine Wandstärkenmessung aller ammoniakführenden Rohre durchführen zu lassen. Diese brachten nun Erschreckendes zutage. Alle Rohre haben aufgrund mangelhafter Isolierung durch jahrelangen Rostfraß deutlich die Mindest-Wandstärke unterschritten. Ein Weiterbetrieb mit den defekten Rohren ist wegen der Gefahr eines möglichen unkontrollierten Ammoniakaustritts unverantwortlich.

Das Investitionsvolumen für die Erneuerung der Rohre, einschließlich Austausch der beiden nicht mehr funktionstüchtigen Kühltürme, beläuft sich auf über 200.000 Euro. Für die gesamte Halle besteht ein Investitionsstau für Dach, Bande, Beleuchtung, Entfeuchtung und Sanierung der Eispiste in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Die Hallenbetreiber hatten sich über die Stadt Herne erhofft, im Rahmen des Konjunkturprogrammes Zuschüsse für die Investitionen zu erhalten. Die Bezirksregierung schlug dieses Ansinnen jedoch aus, da die Eissporthalle Herne sich in privater Trägerschaft befindet, auch die Investoren sehen sich jedoch nicht in der Lage, die Summe aufzubringen und selbst bei zügigem Beginn der Arbeiten wären die frühestens Anfang 2010 abgeschlossen. Bedeutet: In der Saison 2010/11 wird es kein Eis am Gysenberg geben. Kurzum haben sich die Verantwortlichen nach einer neuen Spielstätte umgetan und werden in der kommenden Saison voraussichtlich im Gelsenkirchener Sportparadies auflaufen, die ESBG ist bereits informiert.

Ein herber Rückschlag für die Crusaders, die eigentlich um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitspielen wollten. Wie es nun am Gysenberg weitergeht, ist erstmal fraglich. HEV-Geschäftsführer Matthias Roos ist jedenfalls mächtig geknickt: „Herne steht vor einer Entscheidung: Eishockeystandort ja oder nein. Es gab Hilfe aus Kanada und Duisburg. Wenn man den Eishockeystandort erhalten möchte, muss nun Hilfe aus Herne kommen. Andernfalls macht das alles keinen Sinn mehr. Außerdem muss es uns gelingen, unsere Nachwuchs-Abteilung zu erhalten und drohende Spielerwechsel zu verhindern. Die kommende Saison müssen wir irgendwie überstehen, retten was zu retten ist, und gleichzeitig sicherstellen, dass wir 2011 wieder Eis am Gysenberg haben. Ich will mich nicht damit abfinden, dass die Halbfinal-Spiele gegen Hannover vor jeweils über 3000 Zuschauern die letzten am Gysenberg gewesen sein sollen."

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