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S04: Sieg gegen Windeck
Farfan mit Grippe abgemeldet

Das Pflichtspieldebüt von Felix Magath ging zwar glanzlos aber deutlich über die Bühne. Dafür sorgte Jefferson Farfan für neuen Ärger auf Schalke.

Das war ein leichter Aufgalopp in die neue Saison. Der FC Schalke hat durch einen souveränen 4:0 (2:0)-Erfolg am Samstag gegen den TSV Germania Windeck die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Der NRW-Ligist aus dem 2.600-Seelen-Örtchen in der Region Bonn-Siegburg hatte bis auf sein tadelloses Engagement und ein paar ansprechenden Spielzüge nicht viel Gegenwehr zu bieten.

„Meine Mannschaft hat das getan, was ich von ihr erwartet habe, nämlich in die zweite Runde einzuziehen - und das sehr souverän“, meinte Felix Magath. „Das war das größte Erlebnis während unseres 100-jährigen Bestehens. Dieses Spiel wird uns einen Schub für die Meisterschaft geben“, freute sich TSV-Präsident Heinz-Georg Willmeroth.

„Wir sind an unsere Grenzen gegangen und teils darüber hinaus. Einige Spieler hatten Krämpfe. Schade, einen Ehrentreffer hätten wir nach der Leistung verdient gehabt“, meinte Windecks Trainer Michael Boris nach dem Spiel der Spiele für den Dorfverein.

Dabei spielte der Verlauf des Abends eher den Königsblauen perfekt in die Karten. Spätestens nachdem Carlos Zambrano schon in der 10. Minute die Schalker Führung gelang, war klar, dass es vor 16.000 Zuschauern im Kölner WM-Stadion keine Überraschung geben würde. Als Kevin Kuranyi kurz vor der Pause mit einer sehenswerten Aktion auf 2:0 erhöhte, konnte sich die Truppe von Trainer Felix Magath langsam auf den ersten echten Härtetest der neuen Saison vorbereiten.
Denn beim Wiederaufsteiger 1. FC Nürnberg wird eine erhebliche Leistungssteigerung notwendig sein, um auch in der Liga erfolgreich in die neue Ära unter Magath zu starten.
„Für mich war es eine ungewohnte Position. In der ersten Halbzeit hatte ich noch Anpassungsprobleme, aber nachher kam ich dort ganz gut zurecht“, fand Benedikt Höwedes, der überraschend als linker Verteidiger agierte.

Ein Verlierer der Vorbereitung könnte hingegen Jefferson Farfan sein. Der peruanische Nationalspieler saß in Köln nur auf der Bank. Das Resultat für seine lustlose Vorstellung am Mittwoch beim 2:0 in Saarbrücken. Farfan scheint die ihm von Magath zugedachte Rolle im offensiven Mittelfeld hinter den Spitzen nicht anzunehmen und erhielt vom strengen Fußballlehrer dafür die Quittung. Auch Levan Kobiashvili, nominell die erste Wahl als linker Verteidiger bis zur Rückkehr von Christian Pander, fand sich nicht in der ersten Elf wieder. Der Georgier mag es gern gemütlich, und genau das hatte Magath noch in den vergangenen Tagen heftig angeprangert.

In den ersten Wochen wird der 56-Jährige noch improvisieren müssen, bis er irgendwann ein seinen Ansprüchen gerecht werdendes Spielsystem findet. Jermaine Jones dürfte Ende August wieder auf dem Platz stehen, Pander dann möglicherweise auch schon wieder. Bis dahin sind die Alternativen rar, doch Magath bestraft auch trotz knapper Personaldecke jegliche Nachlässigkeit. Ein wichtiges und richtiges Signal, um die Truppe aus ihrem alten Trott herauszuholen.

Da es bisher für keinen der Reservisten eine Anfrage gibt, sind Magath bei seinem Wunsch nach Verstärkungen die Hände gebunden. Ein Transfer von Marko Pantelic nach Gelsenkirchen scheitert nach momentanem Stand an den zu hohen Gehaltsforderungen des Serben, der offenbar zwei Millionen Euro pro Jahr verdienen will. Genau die Summe, über die sich Albert Streit auf seinem Konto freut. Der Fußball-Exzentriker gehörte am Samstag noch nicht einmal zum 18er-Kader, so viel zur Perspektive des streitbaren Kickers auf Schalke.
Der Brasilianer Flavio hingegen darf noch ein wenig mittrainieren, doch auch bei dem Mann fürs linke Mittelfeld ist eine Verpflichtung derzeit nicht sehr wahrscheinlich.
Levan Kenia mit einem schönen Törchen zum 3:0 und Benedikt Höwedes mit dem 4:0-Enstand machten das Ergebnis aus Schalker Sicht rund . Doch der kleine Georgier wird es sicher nicht sein, der Schalke aus dem fußballerischen Niemandsland in goldene Zeiten führen wird.

Immerhin: Körperlich fit werden die Schalker sein: Während die tapferen Germanen einen unvergesslichen Abend feierten, bat „General“ Werner Leuthard unmittelbar nach dem Abpfiff zum Stretching - im Mittelkreis des Stadions!

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