Ein Zähler aus zwei Partien – bei manchen Klubs wäre diese Startbilanz schon längst mit dem Stempel „Fehlstart“ versehen worden. Etwas entspannter sieht dagegen BVB II-Routinier Sebastian Hille die Lage bei den Dortmunder Amateuren. „Was heißt schon Fehlstart“, gibt der 28-Jährige zu bedenken: „Man muss ja auch sehen, gegen wen wir gespielt haben und wie die Partien gelaufen sind. Das kommt beim Blick auf die Statistik häufig zu kurz.“
Zum Auftakt gegen Burghausen sahen die „BVB-Bubis“ von Trainer Theo Schneider lange wie der sichere Sieger aus, bevor sie in den letzten acht Minuten zweimal ausgeknockt wurden. „Das war bitter“, urteilt Hille, der damals selbst die Siegchance auf dem Fuß hatte, mit etwas Abstand: „Wenn man 3:1 führt, sollte man gewinnen. Die Pleite war unnötig.“
Wesentlich besser gefiel dem früheren Bochumer da schon der Vergleich mit Eintracht Braunschweig (0:0): „Wir haben gegen eine Mannschaft, die oben mitspielen möchte, 70 Minuten sehr diszipliniert agiert und haben kaum etwas zugelassen. Jetzt müssen wir nur noch die richtige Balance zwischen Angriff und Verteidigung finden.“
In der letzten Saison waren es meist die Dortmunder, die in der Regionalliga den Gegner ihr angriffsorientiertes System aufzwangen. Dank der großen Klasse in der Offensive konnten auf diese Weise Schwächen im Defensivverbund kaschiert werden, die in der 3. Liga sofort bestraft werden – wie gegen Burghausen. „Das ist eben der Qualitätsunterschied, den ich erwartet hatte“, sieht sich Hille bestätigt, und fordert: „Wir müssen lernen, dass wir künftig nicht immer selbst das Spiel machen müssen. Manchmal reicht es, in Lauerstellung zu bleiben, um dann mit unsere Offensivstärke in die freien Räume zu stoßen.“
Die Zeit, diese Dinge einzuüben, gibt es bis zur Partie bei Werder Bremen II. Zehn Tage Training am Stück, dazu zwei Testspiele – so konzentriert konnte Schneider in der gesamten Vorbereitung nicht mit dem gesamten Kader trainieren. Hille ist sich deshalb sicher: „Das wird der Mannschaft gut tun. Endlich trainieren wir im Verbund. So wie ich unseren Trainer kenne, wird er die Zeit nutzen und uns auf den richtigen Weg bringen.“
Was das konkret heißt, lässt der Offensivallrounder offen. Erst zur Saisonhalbzeit im Winter möchte sich Hille auf ein Ziel festlegen. Das Ziel bis dahin heißt erst einmal: „Mit breiter Brust in die Spiele gehen und so viel punkten wie möglich.“

