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Caspers' Rückkehr
"Eine ganz normale Begegnung"

Für die Fans ist die Partie auf Schalke ohnehin mehr als brisant. Ein Rot-Weisser, der früher in Königsblau spielte, geht das Auswärtsmatch indes gelassen an.

Das gibt es nur bei ganz wenigen Klubs, schließlich - das muss man sich ab und an in Erinnerung rufen - geht es noch immer um die vierte Liga und eine zweite Mannschaft. Dennoch ist die Partie zwischen Schalke 04 II und Rot-Weiss Essen natürlich mehr als nur ein x-beliebiges Fußballspiel, es geht um ein echtes Derby. Und wohl nur solche können die Massen derart mobilisieren, dass sogar Rekorde wackeln. Das Stadtderby zwischen Union Berlin und BFC Dynamo (14.020 Zuschauer) tat es, das Revierderby zwischen Königsblau und Rot-Weiss soll wenigstens 14.021 Fans in die Veltins-Arena locken. Ein lebendiges Zeugnis der intensiv wie eh und je gelebten Rivalität der beiden Traditionsvereine.

Auch wenn sich jeder Essener Akteur des Verhältnisses zum großen Revier-Nebenbuhler natürlich bewusst ist, für einen Spieler ist die Partie in Gelsenkirchen mit besonderen Erinnerungen behaftet. Auch wenn man an der Hafenstraße dafür nicht geschätzt wird, Dirk Caspers steht zu seiner Schalker Vergangenheit: „Es ist ja kein Geheimnis, dass sich die Fans untereinander nicht unbedingt grün sind. Aber ich hatte eine gute Zeit auf Schalke, da gibt es gar nichts“, hält der 29-Jährige fest. Von 2003 bis 2005 kickte er für die Schalker Reserve. Alte Seilschaften pflegt der Verteidiger jedoch nicht. Lediglich Mannschaftsbetreuer Kalle Ahrend sei von damals noch übrig. „Ansonsten ist das komplette Team ausgetauscht, daher ist es auch nicht so, dass ich noch irgendwelche Verbindungen habe. Es ist mittlerweile eine ganz normal Begegnung geworden.“

Eine Einschätzung, der insbesondere die RWE-Anhänger wohl vehement widersprechen dürften. Und gerade deshalb ist die Partie dann eben doch außergewöhnlich. „Wenn das mit dem Zuschauerrekord klappen sollte und man als Spieler dabei sein kann, ist das natürlich toll“, findet Caspers. Als Manko empfindet er die voraussichtlich einigermaßen lautstarke Kulisse jedenfalls nicht und positioniert sich deutlich: „Als Belastung kann ich so etwas auf keinen Fall empfinden. Das sollte einen eher beflügeln. Immerhin gibt es in der Liga genug Vereine, die nur 500 Zuschauer beim Heimspiel haben. Wenn also jemand so eine Kulisse als Belastung empfindet, sollte er vielleicht zu einer dieser Mannschaften wechseln.“ Immerhin habe man es ja selbst in der Hand, die Fans auf seine Seite zu ziehen. „Und wenn es nicht läuft, muss man auch damit klarkommen, wenn die Fans Kritik üben.“

Klingt ganz, als ob Caspers es gar nicht erwarten könnte, selbst ins Geschehen einzugreifen. Wahrscheinlich wird sich der Ex-Schalker aber zunächst mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen müssen. Beim Saisonauftakt gegen Kaiserslautern saß der „Aufsteiger“ aus der U23, der in diesem Sommer einen Profivertrag erhielt, 90 Minuten draußen. Für Caspers allerdings kein Problem: „Ich sehe mich eher als Teamplayer, mir ist es wichtig, dass der Verein möglichst schnell wieder hochkommt und die Mannschaft Erfolg hat. Wenn ich gebraucht werde, werde ich aber da sein. Wenn ich dann noch meinen Teil zum Erfolg beitragen kann und auf meine Einsätze komme, bin ich absolut glücklich.“

Ein Erfolgserlebnis gegen seinen Ex-Klub käme ihm da gerade recht. Eine Prognose lässt er sich aber nicht abringen: „Ich liege beim Tippen meistens sowieso falsch. Aber ich bin natürlich optimistisch und gehe davon aus, dass wir gewinnen.“

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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