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Löw will Wiese bringen
Einsatz trotz Angst vor Pfiffen?

Tim Wiese hat Angst vor Pfiffen und will deshalb nicht in Leverkusen und Hannover spielen. Bundestrainer Joachim Löw will den Bremer trotzdem bringen.

Bundestrainer Joachim Löw will den angedachten Verzicht von Torwart Tim Wiese für die anstehenden Spiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Südafrika am 5. September in Leverkusen (20.45 Uhr/live im ZDF) und gegen Aserbaidschan vier Tage später in Hannover (20.45 Uhr/live im ZDF) nicht akzeptieren. Vielmehr plant der 49-Jährige, den Schlussmann von Werder Bremen gegen WM-Gastgeber Südafrika im Nationalteam erstmals von Beginn an auflaufen zu lassen.

"Es gibt Überlegungen, Tim spielen zu lassen", sagte Löw der Bild-Zeitung und zerstreute gleichzeitig die Ängste von Wiese vor der abweisenden Reaktion des Leverkusener Publikums: "Tim sollte sich keine Sorgen machen. Das deutsche Publikum ist so fair, dass es Spieler anderer Klubs respektiert. Ich werde noch mal mit ihm sprechen."

Für den zuletzt starken Bremer Torwart wäre es der erste Auftritt in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Startelf. Bei seinem bislang einzigen Länderspiel am 19. November des vergangenen Jahres beim 1:2 gegen England kam der 27-Jährige nur in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Mit einem Verzicht für das Länderspiel gegen Südafrika in Leverkusen würde Wiese mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika seine Chancen im Rennen um die Nummer eins im deutschen Tor deutlich verschlechtern.

Rene Adler (Foto: firo).

Wiese hatte am Montag eine freiwillige Absage für das Länderspiel gegen Südafrika und das WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan in Betracht gezogen. Wiese befürchtet offenbar, dass ihn die Leverkusener Fans wegen Konkurrent Rene Adler und die 96-Anhänger wegen der derzeit nominellen Nummer eins Robert Enke gnadenlos auspfeifen könnten.

"Die nächsten Länderspiele sind in Leverkusen und Hannover. Wenn ich da spiele, werde ich 90 Minuten ausgepfiffen. Das will ich mir nicht antun, darüber werde ich mit Jogi Löw sprechen", hatte Wiese in der Bild erklärt.

Unterdessen machte Löw auch dem Leverkusener Adler neue Hoffnung. "Rene ist ein ausgezeichneter Torwart, das hat er bei uns doch schon gezeigt. Wir haben auch registriert, dass er sein kleines Tief aus der letzten Spielzeit längst wieder überwunden hat", sagte der Bundestrainer dem Express. Der 49-Jährige machte erneut deutlich: "Klar ist: Enke, Wiese, Adler und Neuer sind die Kandidaten, die um die drei WM-Plätze kämpfen."

Der Bayer-Schlussmann selbst gibt sich zurückhaltend: "Ich bleibe gelassen, verfalle jetzt nicht in Panik. Ich konzentrierte mich und versuche, beste Leistungen zu bringen. Adler war für das erste Länderspiel der WM-Saison in Aserbaidschan am vergangenen Mittwoch ebensowenig wie Neuer berücksichtigt worden. Löw hatte für das WM-Qualifikationsspiel in Baku (2:0) stattdessen auf Enke und Wiese gesetzt.

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