Die Zukunft des Eishockey-Standorts Herne steht mehr denn je in Frage. Am Montagnachmittag traf sich der Klub mit dem Herner Oberbürgermeister Horst Schiereck. Das Anliegen der Crusaders: Ein Austausch der maroden Rohre allein macht keinen Sinn mehr, die Eishalle am Gysenberg soll komplett saniert werden. Kostenpunkt: Zwei Millionen Euro. Insgesamt sei ein jährlicher Zuschuss der Stadt in Höhe von 250.000 Euro vonnöten, was deutlich über das bisherige Investitionsvolumen hinausgeht.
Schiereck konnte diesbezüglich aber natürlich noch keine Zusagen abgeben, die Stadt Herne kann sich frühestens im Oktober positionieren. Da die möglichen Umbaumaßnahmen mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, wird es wohl bis zum Ende der Oberliga-Saison kein Eis am Gysenberg geben.
Daher stellte Geschäftsführer Matthias Roos unmissverständlich klar: "Entweder es gibt zum Jahresende eine Lösung hinsichtlich der Finanzierbarkeit des Betriebs der Eissporthalle und der anstehenden Baumaßnahme oder der Eishockeystandort Herne ist Geschichte."
Vorsichtshalber haben sich die Crusaders daher entschlossen, sich schon ein Stück weit von Herne abzunabeln: Aus dem Herner EV 2007 werden die HEV Ruhrpott Crusaders. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung werden wir die gesamte Saison 2009/2010 in Gelsenkirchen spielen. Um Zuschauer- und Sponsorenverluste auszugleichen, sehen wir keine andere Option, als das Team umzubenennen. So sollte es möglich sein, Sponsoren aus dem gesamten Ruhrgebiet zu gewinnen", erläutert Roos.
Dies bedeute zwar nicht das Ende der HEV, "allerdings wäre dies spätestens der Fall, wenn es nicht gelingen sollte, in der Saison 2010/2011 in einer renovierten Eissporthalle am Gysenberg zu spielen."
