So könnte man den 4:1-Sieg der Siegener vom Freitagabend gegen die Essener Zweitvertretung interpretieren. Jörg Jung, Coach der Sportfreunde, betont zwar, am Ende „hochverdient“ gegen die rot-weisse Zweitvertretung gewonnen zu haben, räumt aber umgehend ein: „Bis dahin war es ein gutes Stück Arbeit. Das beweist allein schon die Tatsache, dass RWE 14 oder 15 Eckbälle hatte, das ist schon sensationell für ein Auswärtsspiel.“
Wenn nur ein Treffer dabei rausspringt, ist das allerdings deutlich zu wenig. Fast schon sinnbildlich für die RWE-Reserve mag Emrah Uzun herhalten, der gegen sein Ex-Team gleich drei Mal einnetzte. Der personelle Umbruch scheint den Essenern doch mehr abzuverlangen, als manch einer vielleicht gehofft hatte. Immerhin, an der Moral lag es nicht. Selbst Jung musste anerkennen: „Die haben bis zum Ende gekämpft.“
RWE-Coach Waldemar Wrobel sieht das ganz ähnlich: „Das war sicherlich kein angenehmes Erlebnis, aber wir verlieren jetzt nicht die Nerven. Meine Hauptaufgabe ist es jetzt natürlich, die jungen Spieler wieder aufzurichten.“
Die Sportfreunde haben dagegen ganz andere Probleme: spätestens jetzt gehören sie zu den Gejagten. Jung will davon allerdings nichts hören: „Wir haben die Umfragen, nach denen wir Favorit sein sollen, ja nicht gemacht. Wir konzentrieren uns nur auf Schwarz-Weiß Essen, denn das wird schwer genug.“

