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SCF: Gegner statt Fan
Felix Bastians erfüllt sich Arenatraum

Etwas mehr als ein Jahr ist es nun her, dass Felix Bastians zuletzt auf Schalke kickte. Damals stellte er sich in Gelsenkirchen im Probetraining vor.

Wenig später erhielt er ein Angebot für die Reservemannschaft, lehnte dankend ab und wechselte zu den Young Boys Bern in die Schweiz. Nun kehrt Bastians nach Gelsenkirchen zurück – mit dem SC Freiburg. „Dieses Spiel ist etwas ganz Besonderes für mich“, räumt der frisch gebackene U21-Nationalspieler ein.

Die Extra-Motivation besteht nicht etwa aus Revanchegelüsten, weil man ihm 2008 keine rechte Perspektive Richtung Bundesliga zutraute, sondern aus der Tatsache, dass er schon als Kind ein glühender S04-Fan war. „Ich habe immer davon geträumt, in der Arena zu spielen. Nun hoffe ich, dass sich dieser Wunsch erfüllt“, erklärt der Allrounder.

Dass er dabei nicht die Farben seines Herzens tragen wird, kann der 21-Jährige gut verkraften. Schließlich ist er schneller als erwartet dort angekommen, wo er immer hin wollte: in der Bundesliga. Die Umwege über Nottingham Forest, unzählige Ausleihstationen bei englischen Klubs und schließlich Bern haben sich offensichtlich ausgezahlt. Denn in Freiburg wurde aus dem Perspektivspieler binnen kürzester Zeit ein Mann für die Startelf. Zwar erhielt Bastians aufgrund von Freiburger Verletzungssorgen seine Chance, doch er hat sie bislang genutzt.

Da nimmt er es sogar gerne in Kauf, auf der ungewohnten Position in der Innenverteidigung eingesetzt zu werden. „Dass ich so früh die Möglichkeit bekomme, im Oberhaus zu spielen, ist super. Wo ich aufgestellt werde, ist da fast schon nebensächlich“, betont der gebürtige Bochumer.

Nur etwas behagt ihm so gar nicht an dem bisherigen Saisonstart: Mit dem SCF stehen nach drei Spieltagen bereits zehn Gegentreffer und Platz 18 zu Buche. „Wir wussten von Anfang an, dass es gegen den Abstieg gehen würde. Aber trotzdem wäre es ganz schön, mal zu Null zu spielen“, bemerkt der Youngster angesichts der jüngsten 0:5-Klatsche gegen Leverkusen.

Ob sich dieses Vorhaben ausgerechnet beim Team von Felix Magath realisieren lässt? „Wenn wir wie in der ersten Hälfte gegen Bayer auftreten und noch unsere Chancen nutzen, gewinnen wir 3:0“, erklärt der Blondschopf mit einem Augenzwinkern.

Wenn das mal keinen Ärger mit Verwandten und Freunden gibt, die allein einen gefühlten halben Block in der Arena füllen werden. „Die sind alle Schalker“, erklärt Bastians: „Nur mein Bruder Philipp würde sich über einen Auswärtssieg freuen, der ist in den letzten Wochen ein halber Freiburger geworden.“ Felix dürfte spätestens mit seinem ersten Dreier ein ganzer werden.

Genau genommen hat sich sein Schalker Fandasein mit den ersten Bundesligaeinsätzen nämlich schnell abgekühlt. Welches Trikot er sich nach dem Match sichern wird, weiß er jedenfalls noch nicht. „Das kommt ganz darauf an, wer mich anspricht“, bemerkt Bastians mit einem breiten Grinsen. Die Ehrfurcht des Anhängers hat er bemerkenswert schnell abgelegt…

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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