"Die Entscheidung ist noch nicht gefallen", versichert die Nummer 91. der aktuellen Weltrangliste im perfekten polnisch gegenüber interia.pl. Kerber hat sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsangehörigkeit. Bisweilen spielte die 21-Jährige für den deutschen Tennis Bund. Doch mit Polen verbindet sie viel.
Ihr Großvater hat für seine Enkeltochter in Puszczykowie, in der Nähe von Posen, eine eigene Tennishalle gebaut. Diese taufte der Opa auf den Namen "Angie". "Ich mag das Land. Ich bin gerne in Zakopane oder Krakau. Doch die meiste Zeit verbringe ich in Puszczykowie", sagt die für den TC Moers spielende Kerber gegenüber dem Radiosender TokSport. Vor 18 Monaten hat Kerber für das deutsche Fed-Cup Team gespielt. Um für Polen aufschlagen zu dürfen, müsste die gebürtige Bremerin zwei Jahre im Fed-Cup Team pausiert haben.
"Ein Nationenwechsel? Es ist kein Geheimnis, dass ich darüber nachdenke. Die Entscheidung kommt immer näher. Jedoch muss ich noch ein halbes Jahr warten. Dann wird sich alles zeigen", will Kerber zunächst die 24-monatige "Wechselfrist" ablaufen lassen.
Alles läuft darauf hinaus, dass Kerber ab März 2010 für unser Nachbarland spielen wird. Denn die letzten Nominierungen für das Fed-Cup Team hat Kerber ständig abgelehnt. "Ich sollte des Öfteren nominiert werden, jedoch habe ich immer abgelehnt." Die junge, talentierte Spielerin will sich die Tür offen halten, um für das Heimatland ihrer Eltern spielen zu dürfen.
Bleibt zu hoffen, dass das "Supertalent" Sabine Lisicki nicht auf die gleiche Idee wie Kerber kommt. Denn auch Lisicki ist eine Tochter von polnischen Emigranten...
