Der drohende Untergang vor Augen versucht Erkenschwick nun, das Ruder in letzter Sekunde doch noch einmal herumreißen zu können. Und dafür spielt die neugegründete Marketingabteilung des Clubs, die durch Marco Neisen und Robert Neuhaus gegründet wurde, mit offenen Karten.
In Erkenschwick gibt es ein neues "Opfer" der finanziellen Schieflage. Jan Schmidt hat die Spielvereinigung mit sofortiger Wirkung verlassen. Dabei machte der 25-jährige Abwehrrecke von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch. "Ihm ist der Aufwand einfach zu groß", berichtet der Sportliche Leiter Holger Flossbach und schiebt erklärend nach:
Die U 23 des FC Schalke 04 konnte sich am 22. Spieltag dank zweier später Treffer mit 2:0 gegen Eintracht Rheine durchsetzen und somit den Vorsprung auf Preußen Münster auf vier Zähler ausbauen. Münster kam bereits am Freitag nur zu einem torlosen Remis beim SV Schermbeck. Der VfL Bochum feierte im Spitzenspiel bei den Sportfreunden Lotte einen wichtigen 2:1-Erfolg und bleibt weiter auf Aufstiegskurs.
Das heutige Match gegen die Sportfreunde aus Oestrich können die Erkenschwicker ganz beruhigt angehen. Denn mit der Demontage der DJK Germania Gladbeck am letzten Wochenende haben die "Schwicker" ihr Selbstvertrauen wieder ordentlich aufpoliert.
Mit dem 3:1-Derby-Sieg in Gladbeck hat sich die Spielvereinigung sportlich wieder zurückgemeldet. Nach dem Remis in Gütersloh (2:2) und dem Debakel gegen Schermbeck (0:1) hat sich Erkenschwick wieder auf Rang fünf vorgeschoben. "Wir haben es aber leider versäumt, die Germania richtig abzuschießen", hadert Trainer Manfred Wölpper mit der Chancenverwertung seiner Elf.
In der Oberliga Westfalen konnte sich die Zweitvertretung des FC Schalke 04 dank eines 5:0-Auswärtserfolgs beim SC Wiedenbrück die Tabellenspitze zurückerobern. Preußen Münster übernachtete nach dem 2:0-Erfolg gegen Eintracht Rheine am Freitag zwei Tage lang ganz oben. Loose, Thamm (2), Risser und Grembowietz trafen für die Königsblauen, die das Spiel über 90 Minuten stets unter Kontrolle hatten.
Am gestrigen Mittwoch fand in Erkenschwick mal wieder eine Aussprache zwischen Vorstand und Mannschaft statt. Grund wie immer: die finanzielle Schieflage des Clubs. Die Spieler haben seit nunmehr zwei Monaten keinen Cent gesehen und noch vor dem Derby gegen Schermbeck ihrem Unmut darüber Luft gemacht. Und gestern stellte sich Finanzexperte Burkhard Franz den Fragen der Akteure. "Er hat mit einer richtigen Brandrede alle eingeschworen und wir ziehen nun an einem Strang", verriet Holger Flossbach, der als Sportlicher Leiter der Spielvereinigung ebenfalls an der Sitzung teilnahm.[
Am Erkenschwicker "Stimberg" herrscht die pure Verzweiflung. Erst erwischte es Thomas Falkowski, der sich nach seinem Kreuzbandriss endlich wieder ans Team herangekämpft hatte. Im Test gegen Köln II fiel der Abwehrrecke auf die Schulter und riss sich die Bänder. Konsequenz: drei Monate Pause. Das gleiche Schicksal hat nun auch Arek Grad ereilt.
Samba am Erkenschwicker Stimberg. Die Fans der dortigen Spielvereinigung dürfen sich in der Restrunde auf geballte brasilianische Fußball-Kultur freuen. Nach dem Test gegen Köln unterzeichnete Raffael Maccauro einen Vertrag (RS berichtete). Der 21-Jährige kickte zuletzt in Talien bei Grumellese Calcio und hat mit seinem Feingefühl Coach Manfred Wölpper überzeugt. "Er kann mit der Kugel umgehen", stellt der Fußballlehrer seinem neuen Schüler ein gutes Zeugnis aus.
Die Transferperiode endete am vergangenen Donnerstag. Mit neuem Spieler- und teilweise auch neuem Trainerpersonal gehen die Teams aus der Oberliga Westfalen in die Rückrunde. Besonders in Herne, Gladbeck und Erkenschwick drehte sich das Transferkarussel. Hier eine Übersicht:
Der Traum ist nun doch nicht wahr geworden. Pascal Kurz' Wechsel zu Borussia Dortmund (RS berichtete ausführlich) hat sich zerschlagen. Denn der BVB sicherte sich jetzt die Dienste von Alexander Bade. Der ehemalige Paderborner soll als Ersatzmann hinter der neuen Nummer eins Marc Ziegler bei den Profis eingesetzt werden. Damit bleibt Marcel Höttecke in der Regionalliga-Reserve und Kurz in Erkenschwick. "Das Thema hat sich leider für mich erledigt", zuckt der Keeper mit den Schultern. "Schade, denn ich hätte den Schritt gerne gemacht."
Auf diese Chance hat er vier Jahre gewartet und plötzlich ging alles ganz schnell. Am Dienstag-Mittag klingelte das Handy von Pascal Kurz. Als der Erkenschwicker Keeper, der gerade einkaufen war, dran ging, meldete sich Dortmund II-Coach Theo Schneider. "Drei Stunden später stand ich schon zwischen den Pfosten", lacht Kurz. Und zwar beim Testspiel des BVB gegen Preußen Münster (1:1).