Von den vier freien Kaderplätzen, die bei der SG Wattenscheid zu besetzen sind, ist die Hälfte fest vergeben. Niklas Schweer kommt von den SF Oestrich, Vincenzo Burgio heuert aus Dröschede an. Mit einem weiteren Oberliga-Akteur steht die SG 09 unmittelbar vor dem Vertrags-Abschluss.
Trotz des Feiertages wurde gestern an der Heinrich-Gustav-Straße in Bochum-Werne gekickt. Gesucht: Der Kreispokalsieger 2007/2008. Im Endspiel konnte sich Landesligist SSV Südfeldmark, der zuvor die SG Wattenscheid 09 ausgeschaltet hatte, mit 2:0 gegen den A-Ligisten BW Weitmar 09 durchsetzen, der seinerseits im Halbfinale gegen RW Markania die Oberhand behielt.
Dirk Helmig, was machen die Wattenscheider Kader-Planungen?
Bis zum Ende der Woche werden wir wohl den dritten Neuzugang präsentieren können. Wir stehen mit einem Mittelfeldspieler in Kontakt, der schon drei Jahre Oberliga-Erfahrung hat, aber noch jung und entwicklungsfähig ist. Also genau die Kategorie, die wir suchen.
Das Duell beim Tabellenzweiten Erndtebrück hätte durchaus brisanter werden können. Da die SG Wattenscheid allerdings ihren Titelgewinn schon frühzeitig perfekt machen konnte, steht keine Zitterpartie auf dem Plan. Trotzdem rechnet Trainer Dirk Helmig mit "einem aggressiven Spiel". Begründung:
Als die Emotionen nach dem 4:2 über Rüdinghausen hochschwappten, stand Wattenscheids Kapitän Jascha Keller mit Aufstiegs-T-Shirts an der Seitenlinie, um sie seinen 09-Kollegen anzureichen. "Ausgerechnet in der Partie, die für uns die Meisterschaft bedeutet hat, war ich verletzt. Das sollte eigentlich etwas anders laufen. Zuvor bin ich 26 Mal ununterbrochen dabei gewesen", ärgerte sich Keller.
Ausreden gelten nicht mehr, die SG Wattenscheid muss punkten! Im Abstiegsduell gegen den Hamburger SV (Pfingstmontag, 12. Mai, 14 Uhr, Lohrheide) zählt nur der Sieg. Dass es dabei vor allem auf die Einstellung der Akteurinnen ankommt, betonte André Birker schon des Öfteren.
Genau wie der FC Bayern München hat sich die SG Wattenscheid drei Runden vor Saison-Schluss die Meisterschaft gesichert. Natürlich "nur" in der Verbandsliga, aber für den im letzten Jahr abgeschriebenen Traditions-Verein war dieser Erfolg eine Riesen-Sache. "Wir waren eigentlich schon tot, sind wieder aufgestanden und haben eine Mannschaft mit Perspektive", freut sich Trainer Dirk Helmig. RevierSport sprach mit dem Ex-Essener.
Wie sich die Bilder ändern. Als die SG Wattenscheid vor etwa einem Jahr trotz eines Abschluss-Sieges über Schalke II ins Tal der Abstiegs-Tränen stürzte, dann hatten selbst kühnste Optimisten nicht damit gerechnet, dass sich der Traditions-Verein so schnell vom K.O.-Schlag erholen würde.
Der Sekt ist gekühlt, aber noch nicht geöffnet. "Wir feiern erst dann, wenn nichts mehr passieren kann. Mein Team ist auf dem richtigen Weg zur Meisterschaft, aber noch nicht ganz am Ziel", hält Wattenscheids Trainer Dirk Helmig den Ball flach.
Von der ersten Saison-Niederlage im eigenen Stadion und dem ersten Dämpfer im Jahr 2008 lässt sich die SG Wattenscheid nicht verrückt machen. "Wir sind eben auch nicht unschlagbar. Gegen Langscheid-Enkhausen hatten wir zwar mehr Torchancen als beim 9:0 über Hordel, aber am Ende stand eine 1:2-Niederlage.
Youssef Yesilmen, Wattenscheids "Außenminister", hat sich Zeit gelassen. Nach reiflicher Überlegung sagte der Abwehrspieler schließlich "Ja" zum vorgelegten Vertrags-Entwurf. "Ich bleibe noch ein Jahr an der Lohrheide, will hier in der NRW-Liga, die wir hoffentlich bald unter Dach und Fach bringen, richtig Gas geben."