Koller hatte mit den Bochumern den direkten Wiederaufstieg sowie drei Mal den Klassenerhalt geschafft hatte. Der Kredit des Schweizers war im Umfeld verspielt, die Tumulte rund um die Heimbegegnung machten den Verantwortlichen klar, dass es für den Coach unmöglich war, unter diesen Rahmenbedingungen weiter zu arbeiten.
Gegenwart: Fast sechseinhalb Monate sind seitdem vergangen und mit Heiko Herrlich hat sich längst ein neuer Trainer an der Castroper Straße etabliert.

Marcel Koller verließ den VfL im September (Foto: firo).
Zwar steht der VfL zur Stunde auf einem Nichtabstiegsplatz, doch wirklich verbessert hat sich die Situation des Klubs seit September nicht. Nach einer Serie von acht Spielen ohne Niederlage ist der einst komfortable Vorsprung auf ein Minimum reduziert. Platz 15, dazu die beiden letzten Auftritte gegen Frankfurt und Freiburg – das alles macht die Fans an der Castroper Straße nicht gerade optimistisch was den Endspurt angeht.
Während die Mannschaft in Freiburg in kämpferischer Hinsicht keine Wünsche offen ließ, sind die gravierenden Mängel im Offensivspiel derzeit eklatant. Da ist es fast schon ein Kuriosum, dass von den drei Torschüssen in 180 Minuten sogar zwei im gegnerischen Tor landeten. Betrachtet man das Team von außen, herrscht eine Angespanntheit, wie sie auffallender nicht sein könnte. Dabei hat das Gros der Stammspieler den Kampf um den Klassenerhalt seit Jahren verinnerlicht.

Unter Herrlich scheint die Lockerheit verloren gegangen zu sein (Foto: firo).
Doch eine gewisse Lockerheit, die Freude an der täglichen Trainingsarbeit und hin und wieder ein freies und entspanntes Lachen, das ist verloren gegangen. Woran das liegt, können wahrscheinlich nur die Verantwortlichen beantworten. Vielleicht sollte Herrlich, dessen abwechslungsreiches Training ihn als Fachmann auszeichnet, hier und da mal wieder ein wenig entspannter sein.
Vielleicht ist sein Ehrgeiz manchmal zu groß, was sich als Belastung für die Spieler entpuppen könnte. Früher war es so, dass Trainer und Mannschaft, je kritischer die Situation, zu einem verschworenen Haufen zusammen wuchsen. Dies tut jetzt Not, sonst geht die Mission Klassenerhalt „in die Hose“.
Zukunft: Die Gefahr ist erkannt worden. In den letzten Tagen wurden sehr viele Dinge angesprochen und ausgeräumt. Jetzt gilt es, mit überzeugenden Leistungen eindrucksvoll zu dokumentieren, dass der VfL auch in der Spielzeit 2010/11 eine Berechtigung hat, im Oberhaus weiter mitzumischen.

