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Auf nach Istanbul
Unterwegs im Mannschaftsbus von S04

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Weiter! In Ungarn tragen die Orte Namen aus Buchstaben, die beim Scrabble immer übrig bleiben. Hajdüböszörmeny, Püspökladany oder Gyöngyös. Endlich geht die Sonne auf, der Bus ist kurz vor Szeged. Feuerwehr und Polizei haben die Autobahn gesperrt, ein Transporter liegt kopfüber in der Leitplanke. „Scheiße“, murmelt Jordan und lenkt den Bus über einen Rastplatz vorbei.

In Szeged gibt es ein Paprika-Museum, das „Hotel Paprika“ und Paprika-Salami zum Frühstück. Laser und Jordan müssen die vorgeschriebenen elf Stunden Pause machen. Sie nehmen Zimmer im Hotel, die Dame an der Rezeption guckt irritiert. „Sie brauchen die Zimmer nur bis 18 Uhr?“

Die Zeit vergeht im Schlaf, schon ist es 18 Uhr, weiter! An der Grenze von Ungarn zu Serbien staut sich der Verkehr. Nach zwei Stunden steigt endlich ein Grenzer in den Bus. Der Mann trägt statt Haaren Stacheldraht auf den Zähnen und sagt: „Hitler, Schalke, weiterfahren!“ Er kriegt ein paar Wimpel aus der Fan-Artikel-Kiste, die Laser für griesgrämige Zöllner mit Steinbeißer-Gesicht eingepackt hat. Der Steinbeißer geht mit den Wimpeln stolz nach draußen. Er lässt die anderen Busse zurücksetzen, dann winkt er den Schalker Bus durch.

"Ich mache das ja nicht zum Spaß"

„Geht doch“, brummt Laser. Drei Söhne hat er zu Hause. Einer zwei Monate alt, einer zwei Jahre, einer fünf Jahre. „Der älteste ist immer traurig, wenn ich fahre“, sagt Laser. „Aber ich mache das ja nicht zum Spaß.“ Er blickt auf die Straße.

Jordan hat in der Küche das Abendessen gekocht: Kartoffelgratin, Frikadellen. Dazu gibt es den wunderbaren Nudelsalat, den seine Frau ihm mitgegeben hat.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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  • 20.02.2013 09:47 Uhr
    auch hier möchte ich mal die Frage aufwerfen: warum muss es in Istanbul gerade dieser Bus sein?? Gibt es in Istanbul keine Busse? Ohne eine halbwegs plausible Erklärung, halte ich dieses Vorgehen für geradezu idiotisch....
  • plauzinho 20.02.2013 10:02 Uhr
    eine Kombination aus Umweltverschmutzung und Geldverschwendung
  • Te GE 20.02.2013 16:07 Uhr
    was man nicht alles tut, um es den herren profis so angenehm wie möglich zu machen! horror! eigentlich sollten die mal so eine tour zum spiel mitmachen! vielleicht fällt denen dann auch wieder ein was maloche heisst!
  • Linksaussen 22.02.2013 09:12 Uhr
    Klasse Story. Super zu lesen. Bravo!
    Schalke hat eben auch in den hinteren Reihen Profis der besonderen Sorte.
    Meinen Vorrednern rate ich: nicht alles so moralinsauer sehen.
    Ich finde den Anspruch, es den Profis in Istanbul an jeglichem Komfort nicht fehlen zu lassen, hochprofessionell. Andersrum wird ein Schuh draus: hätte die Mannschaft schlecht gespielt, würden alle jammern, dass Schalke auch nicht in der Lage sei, die Profis rund um dieses besondere Spiel entsprechend zu supporten. Man stelle sich nur mal vor, dass ein gecharterter Bus dann plötzlich Probleme bereitet und den Zeitplan total durcheinander bringt. Da ist es cleverer, solchen Unwägbarkeiten soweit wie möglich mit eigenen Kräften zu begegnen und die volle Kontrolle über alle Abläufe rund ums Spiel zu behalten.
    Und Busfahrer von Schalke in Festanstellung ist mit sicherheit ein gut bezahlter Arbeitsplatz, den Schalke generiert. Nur kein Neid!

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