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Auf nach Istanbul
Unterwegs im Mannschaftsbus von S04

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Um 23.29 Uhr tauchen neben der serbischen Landstraße Tiere im Fernlicht auf. „Wölfe“, sagt Laser. „Schakale“, sagt Jordan. Drei Stunden später klettert der bulgarische Grenzsoldat in den Bus und fragt: „Pistole?“ – „Nix Pistole! Schalke.“ – „Dortmund!“ – „Nix Dortmund, Schalke!“ Jordan brüht einen doppelten Espresso für den Grenzer, dazu kriegt er ein Trikot. Als er aussteigt, sagt er: „Schalke gut!“

Bulgarische Dörfer ziehen vorbei wie dunkle Lastkähne, keine Eleganz, nur Trägheit und Schwere. Die Zeit verwandelt sich in Sirup. Es ist Montag, die Uhr mit den roten Digitalzahlen zeigt 4.12 Uhr, als Laser in der Innenstadt von Sofia hinter der Straßenbahn der Linie 18 hängt und nicht vorbei kommt. „Fahr’ mal einen Meter weiter links“, knurrt er. Aber die Straßenbahn springt noch nicht einmal für Schalke aus den Schienen.

Vor dem Hotel wird der Schalke-Bus geputzt

Um 12.28 Uhr parkt Laser den Bus vor dem Ritz Carlton von Istanbul rückwärts ein. 41 Stunden hat die Fahrt gedauert. „Die Karre sieht von dem Streusalz aus wie ein paniertes Schnitzel“, findet er. Ein Hotel-Page besorgt einen Schlauch, Laser und Jordan waschen den Bus vor dem Haupteingang des Fünf-Sterne-Palastes.

Am Donnerstag bringen sie die Mannschaft zum Flughafen. Dann fahren sie zurück. 2800 Kilometer, 40 Stunden. Wenn alles gut läuft.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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KOMMENTARE

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  • 20.02.2013 09:47 Uhr
    auch hier möchte ich mal die Frage aufwerfen: warum muss es in Istanbul gerade dieser Bus sein?? Gibt es in Istanbul keine Busse? Ohne eine halbwegs plausible Erklärung, halte ich dieses Vorgehen für geradezu idiotisch....
  • plauzinho 20.02.2013 10:02 Uhr
    eine Kombination aus Umweltverschmutzung und Geldverschwendung
  • Te GE 20.02.2013 16:07 Uhr
    was man nicht alles tut, um es den herren profis so angenehm wie möglich zu machen! horror! eigentlich sollten die mal so eine tour zum spiel mitmachen! vielleicht fällt denen dann auch wieder ein was maloche heisst!
  • Linksaussen 22.02.2013 09:12 Uhr
    Klasse Story. Super zu lesen. Bravo!
    Schalke hat eben auch in den hinteren Reihen Profis der besonderen Sorte.
    Meinen Vorrednern rate ich: nicht alles so moralinsauer sehen.
    Ich finde den Anspruch, es den Profis in Istanbul an jeglichem Komfort nicht fehlen zu lassen, hochprofessionell. Andersrum wird ein Schuh draus: hätte die Mannschaft schlecht gespielt, würden alle jammern, dass Schalke auch nicht in der Lage sei, die Profis rund um dieses besondere Spiel entsprechend zu supporten. Man stelle sich nur mal vor, dass ein gecharterter Bus dann plötzlich Probleme bereitet und den Zeitplan total durcheinander bringt. Da ist es cleverer, solchen Unwägbarkeiten soweit wie möglich mit eigenen Kräften zu begegnen und die volle Kontrolle über alle Abläufe rund ums Spiel zu behalten.
    Und Busfahrer von Schalke in Festanstellung ist mit sicherheit ein gut bezahlter Arbeitsplatz, den Schalke generiert. Nur kein Neid!

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