Am 4. Mai lädt der FC Schalke 04 zur nächsten Jahreshauptversammlung. Das Datum ist bewusst gewählt, wird der stolze Traditionsklub an diesem Tag doch 110 Jahre alt. Allerdings dürfte das punktgenaue Jubiläum nicht der einzige Grund für den ungewöhnlich frühen Termin – bisher fand die JHV stets in der spielfreien Zeit, also im Juni oder Juli, statt – sein.
Nachdem schon das letzte Mitgliedertreffen mit einem bunten Rahmenprogramm zur Veranstaltung für die ganze königsblaue Familie aufgehübscht wurde, um so den Aktivisten von „viaNOgo“ genügend weniger vereinskritische Stimmberechtigte entgegen zu setzen, wirbt der Verein auch jetzt wieder um eine möglichst große Beteiligung aus der Fanszene.
„Ganz wichtig für den FC Schalke 04 ist deshalb die nächste JHV im Jahre 2014, weil dann die Mitglieder über den weiteren Weg des Vereins entscheiden. Als noch schlafender Riese ist hier der SFCV gefordert, seinen Beitrag zu leisten. In diesem Sinne betrachte ich die nächste Jahreshauptversammlung als 18. Heimspiel für unseren FC Schalke 04“, wird S04-Finanzvorstand Peter Peters im „Sprachrohr“, der monatlichen Zeitung des SFCV, zitiert.
Was es mit dem „weiteren Weg des Vereins“ genau auf sich hat, hat Peters bisher nicht konkretisiert. In Fanforen kursiert aber seitdem die Befürchtung, es handle sich um die Ausgliederung der Profiabteilung aus dem eingetragenen Verein in eine Kapitalgesellschaft. Eine solche Änderung der Rechtsform bereitet zurzeit die Initiative „HSVplus“ für die Mitgliederversammlung des Hamburger SV am 19. Januar vor.
Angesichts solcher Szenarien gehen bei Roman Kolbe sämtliche Alarmglocken an. Der Mitbegründer des Fanzines „Schalke unser“ beobachtet schon länger, mit welchen Maßnahmen der Verein kritischen Stimmen den Wind aus den Segeln nehmen will. Darum haben mit dem „Supporters Club e. V.“, den „Ultras Gelsenkirchen“ und der „Schalker Fan-Initiative e. V.“ die drei führenden Schalker Fanorganisationen an diesem Montag verschiedene Anträge zur Änderung der Vereinssatzung abgeschickt. „Uns geht es um mehr Transparenz und Demokratie im Verein“, betont Kolbe.
Bis zum 15. Januar müssen die Anträge beim FC Schalke eingegangen sein, um fristgerecht zur Jahreshauptversammlung zugelassen werden zu können. Allerdings hat der S04-Aufsichtsrat im vergangenen Jahr alle Anträge zum Thema „viagogo“ pauschal abgelehnt.
Wichtigste Forderungen der Unterzeichner sind Reformen bei der Besetzung des Wahlausschusses und Ehrenrats. Sie bemängeln, dass diese beiden Vereinsgremien mehrheitlich Angelegenheiten im Sinne des Vorstands und des Aufsichtsrats beschließen und dabei wichtige Faninteressen übergehen.
Es bleibt abzuwarten, ob Clemens Tönnies & Co diesmal die Anträge zulassen und somit mehr Demokratie auf Schalke wagen.




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