Vor jedem Spiel die Aufstellung festzulegen, ist kein unwesentlicher Teil der Arbeit eines Trainers. Die großen Verletzungssorgen, mit denen sich Borussia Dortmund in der Hinrunde herumschlagen musste, haben Jürgen Klopp die damit verbundenen Entscheidungen jedoch häufig genug abgenommen. Inzwischen sieht das wieder anders aus.
Obwohl in Ilkay Gündogan, Mats Hummels und Neven Subotic noch drei Eckpfeiler der jüngeren Vergangenheit zum Auftakt fehlen, bieten sich dem BVB-Coach wieder verstärkt Möglichkeiten zur Rotation und der abgekühlte Konkurrenzkampf läuft wieder auf Hochtouren. "Es wird enge Entscheidungen auf einem hohen Niveau geben. Alle sind in einer guten Verfassung. Jetzt müssen wir gucken, wer in der besten ist und die Mannschaft aufstellen", sagt Klopp, der mit Blick auf die vielen Aufgaben, die auf den BVB warten, ankündigt: "Wir werden die Kraft aller Spieler unbedingt brauchen."
Vor dem Auftakt gegen den FC Augs-burg (Samstag, 15.30 Uhr) stehen vor allem vier Positionen im Blickpunkt – RevierSport schätzt die Chancen der Bewerber ein.
Rechtsverteidiger:
Piszczek
Lukasz Piszczek» zum Profil oder Großkreutz
Kevin Großkreutz» zum Profil
Kevin Großkreutz, von Jürgen Klopp als Allzweckwaffe und taktisches Genie gerühmt, scheint als Rechtsverteidiger die Position gefunden zu haben, auf der er seine Stärken – Kampf- und Laufbereitschaft sowie ein großer Offensivdrang – am besten nutzen kann. Auch in der Vorbereitung agierte der Ur-Dortmunder souverän.
Trotzdem könnte er sich am Wochenende zunächst einmal auf der Ersatzbank wiederfinden. Zwar wirkt das Spiel von Lukasz Piszczek noch nicht so selbstverständlich wie vor seiner Operation im Sommer, doch gerade das spricht möglicherweise für einen Einsatz des polnischen Nationalspielers. Der 28-Jährige braucht Spielpraxis, um spätestens Ende Februar, wenn die englischen Wochen starten, wieder auf seinem ursprünglichen Leistungsniveau angelangt zu sein.
Prognose: Piszczek beginnt gegen Augsburg.
Innenverteidiger:
Friedrich
Manuel Friedrich» zum Profil oder Sarr
Marian Sarr» zum Profil
Wer verteidigt neben Sokratis? Die Antwort ist leicht: Hummels! Das Problem ist nur, dass der Nationalspieler frühestens in einer Woche beim Auswärtsspiel in Braunschweig wieder eine Alternative darstellt. Aus diesem Grund muss Klopp noch einmal abwägen, ob er auf den bei seinen bisherigen Auftritten wenig sicheren Routinier Manuel Friedrich setzt oder Youngster Marian Sarr, der sich mit einem dicken Patzer gegen Hertha BSC in die Winterpause verabschiedete, den Vorzug gibt. Eine dritte Möglichkeit wäre Sven Bender, dessen Platz im defensiven Mittelfeld dann Sebastian Kehl einnehmen würde.
In der Vorbereitung waren Licht und Schatten bei Sarr und Friedrich gleichermaßen vorhanden. Friedrich hat vor allem im Aufbauspiel nach wie vor einige Probleme und wirkt in der Ballverarbeitung und im Passspiel häufig etwas unsicher. Das spielerische Vermögen ist derweil der Vorteil von Sarr, der technisch sehr beschlagen ist.
Erkennbare und nachvollziehbare Nachteile hat der Nachwuchsmann indes in Sachen Robustheit und damit einhergehender körperlicher Präsenz. Mitunter wirkt er in Zweikämpfen noch so, als bräuchte sein Körper mehr Spannung.
Prognose: Sarr hat in der Vorbereitung einen etwas besseren Eindruck hinterlassen und wird dafür mit einem Einsatz neben Sokratis belohnt.
Linksverteidiger:
Schmelzer
Marcel Schmelzer» zum Profil oder Durm
Erik Durm» zum Profil
Wäre Marcel Schmelzer schon wieder voll im Rhythmus, würde sich die Frage, ob er oder sein fralos überzeugender Hinrunden-Vertreter in der Startelf steht, nicht stellen. „Schmelle“ ist mit seiner von großem Ehrgeiz und unbändigem Willen angetriebenen Spielweise gerade in schwierigen Situationen enorm wichtig für das Dortmunder Spiel.
Der Nationalspieler, der sich in der Rückrunde auch für einen Stammplatz bei der Weltmeisterschaft in Brasilien empfehlen möchte, ist vor allem mit Blick auf Aspekte wie abgeklärtes Stellungsspiel und die richtige Balance zwischen defensiver Absicherung und offensiver Unterstützung naturgemäß schon weiter als sein jüngerer Herausforderer.
Prognose: Schmelzer gibt zwar offen zu, dass er kein Problem damit hat, dann und wann auf der Bank Platz zu nehmen, um seinem Körper eine Pause zu gönnen. Zum Auftakt will und wird er aber auf dem Feld stehen.
Rechtes Mittelfeld:
Blaszczykowski
Jakub Blaszczykowski» zum Profil oder Aubameyang
Pierre-Emerick Aubameyang» zum Profil
In zehn Pflichtspielen durfte Pierre-Emerick Aubameyang als rechter Part der offensiven Dreierreihe beginnen, in 15 Partien stand Jakub Blaszczykowski beim Anpfiff dort auf dem Rasen – auf keiner anderen Position wechselte Klopp so häufig das Personal. Anzeichen dafür, dass sich daran im neuen Jahr etwas ändern wird, gibt es einstweilen nicht. Auch in den Testspielen wurde wieder munter rotatiert.
Vor allem Blaszczykowski schien damit in der Hinserie allerdings Probleme zu haben. Der Pole, im Vorjahr einer der stärksten Dortmunder, fand nie richtig in seinen Rhythmus. Aubameyang legte zwar auch nicht die große Konstanz an den Tag, sorgte aber immer wieder mit Gala-Auftritten und Toren für Aufsehen.
Im letzten Test gegen den MSV Duisburg sammelte der Gabuner noch einmal ordentlich Pluspunkte, erzielte ein Tor selbst und war an der Entstehung vieler gefährlicher Angriffe beteiligt. „Kuba“ kam derweil erst im zweiten Durchgang zum Einsatz, spielte in der Offensive mit der zweiten Garnitur der Schwarzgelben und konnte sich nicht richtig empfehlen.
Prognose: Aubameyang beginnt gegen Augsburg. Klopp wird auf dieser Position aber weiterhin stark rotieren und Blaszyzkowski damit die Chance geben, zurück zu alter Stärke zu finden.




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