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Kalle Riedle über seinen Sohn Alessandro
"Er ist ein Diamant"

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Sie kennen sowohl die Glanz- als auch die Kehrseiten des Fußballgeschäfts. Hätten Sie sich lieber gewünscht, dass Ihr Sohn einen soliden Beruf erlernt?

Nein, ich hab ihn weder ins Fußball-Business gedrängt, noch habe ich ihn aufgehalten. Er hat das Talent, und es war immer sein großer Traum, Fußballprofi zu werden. Wenn man die Chance und das Talent hat, diesen Beruf auszuüben, würde ich das allem vorziehen. Es gibt so viele schöne Momente im Fußball, die man in keinem anderen Job so erleben kann. Aber es ist trotzdem ein harter Beruf, und ich versuche ihm auch immer vor Augen zu halten, dass es nicht so einfach geht. Es gibt genügend Talente in dem Alter, da brauchen wir uns nichts vormachen. Und es schaffen nur ganz wenige nach oben. Und wenn er schon Fußballprofi werden will, dann auch ganz nach oben.

Sie machten vor Ihrer Profikarriere eine Lehre zum Metzger, dem Beruf ihres Vaters. Hätten Sie sich für Alessandro etwas Ähnliches vorstellen können?

Nein, diese Lehre war sozusagen mein Abhärtungsmittel und der Grund, warum ich unbedingt Fußballprofi werden wollte. Metzger wollte ich eigentlich nie werden, mein Vater hat mir das damals im Prinzip aufgedrückt. Er hatte ein Geschäft, und ich war der einzige Sohn mit vier Schwestern. Er hat mir das zur Bedingung gemacht, den Beruf zu erlernen, falls mal etwas Unvorhergesehenes passieren sollte. Für mich war es eine harte Lehre, aber vielleicht hat es mir auch viel geholfen. Trotzdem, Alessandro würde ich das nicht zumuten.

Wann kehren Sie wieder auf die Fußballbühne zurück? Wie sieht die weitere Karriereplanung aus?

Ich hab damals, als ich aus England zurückgekommen bin, eine Entscheidung zugunsten der Familie getroffen. Ich wollte nicht gleich ins Trainergeschäft einsteigen, dann wäre es so weitergegangen wie vorher, dass ich ein Jahr hier und ein Jahr da gewesen wäre. Das wollte ich nicht. Jetzt muss ich mal schauen. Der Große ist jetzt draußen, das war schon mal wichtig. Der Kleine hat noch ein Jahr, und vielleicht werde ich dann mal meinen Trainerschein machen. Jucken würde es mich schon. Ich habe auf jeden Fall die Motivation, irgendwann mal Trainer zu werden.

Wie kam eigentlich dieser doch etwas ungewöhnliche Name Alessandro zustande? Welcher Lazio-Spieler stand dafür Pate?

Keiner. Da gibt es gar nicht so viel zu erzählen. Mir hat der Name schon immer ganz gut gefallen. Und wie der Zufall es wollte, habe ich gerade in Rom gespielt habe, als wir einen Namen gesucht haben – da war Alessandro gar nicht so ungewöhnlich. Sein Spitzname ist Ale.

Beim AC Mailand wird die Rückennummer 3 von Paolo Maldini solange nicht mehr vergeben, bis sein Sohn vielleicht eines Tages in den Profikader aufrückt. Soll Alessandro auch ihre 13 auf dem Rücken tragen?

Ich hab beim VfB Stuttgart mit Jochen Schneider (Sportdirektor, Anm. der Red.) und Horst Heldt mal gesprochen, ob er nicht die Nummer 13 bekommen kann – und ich glaube, sie haben sie zumindest für ihn reserviert.

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