Wenn am kommenden Montag mit dem Auftaktspiel gegen Spanien die U21-EM in Schweden beginnt, soll das nur der Aufgalopp auf dem Weg zum deutschen Titel sein. Was der Schalker Keeper und sein Vordermann beim Schaulaufen der Nachwuchsstars erwarten und warum die Karriere in der DFB-Auswahl dort ihren Ursprung feiern soll, erzählten die S04-Youngster im Gespräch mit RevierSport.
Benedikt Höwedes, wenn es jetzt nach Göteborg geht: Wie oft denken Sie noch an Ihren Treffer in der Relegation gegen Frankreich, der die deutsche Teilnahme an der Endrunde erst möglich machte?
Höwedes: Daran erinnere ich mich natürlich gerne zurück. Das war ein besonderer Moment für die Mannschaft und mich. Es war eine tolle Sache, in Metz in der letzten Minute das Tor zu machen. Das zeigt, dass wir den unbedingten Willen haben, so ein Spiel noch zu drehen, aber wir hatten uns das auch verdient, denn wir haben einer sehr gute Mannschaft mit starken Individualisten.
Neuer: Es war ein sehr spannendes Match. Wir haben mit Ach und Krach die Null gehalten. Dass ein Verteidiger das entscheidende Tor erzielte und nicht ein Stürmer, war symptomatisch für das Spiel. Ich habe es Benny sehr gegönnt.
Freut man sich in der Auswahl mehr darüber, wenn ein Schalker Teamkollege trifft?
Neuer: Nein. In der U21 ist es egal, ob ein Schalker das Tor macht oder ein Wolfsburger, Stuttgarter oder Hoffenheimer. Wir sind ein Team, das zeichnet uns aus. Wenn wir in Schweden antreten, dann interessieren die einzelnen Verein nicht.
Wie groß ist denn nach einer langen und für Schalker ohnehin enttäuschenden Saison die Motivation, jetzt noch einmal alles zu geben, da die Mitspieler schon Urlaub haben?
Höwedes: Urlaub kann man immer haben, aber eine EM nicht. So ein Turnier ist immer etwas Großes, jeder Spieler träumt davon dabei zu sein. Außerdem ist es für uns persönlich eine große Chance, die Saison sportlich zu retten.
War die U21 in den zurückliegenden Monaten auch immer ein willkommener Fluchtpunkt für Sie?
Neuer: Nein, so würde ich es nicht ausdrücken. Es war auch vor der letzten Saison schon immer schön zur U21 zu kommen. Da trifft man immer wieder gute Kumpels aus anderen Vereinen und hat Spaß mit ihnen. In der Mannschaft sind ja alle im gleichen Alter. Auf Schalke haben wir Familienväter und ganz junge Leute in einer Kabine. Da gibt es gewisse Vaterrollen und andere Hierarchien, das ist sicher der größte Unterschied.
Sie gehören dennoch zu den Führungsfiguren im Team!
Neuer: Ja, das kann man schon sagen. Sami Khedira, Andreas Beck, Bene und ich sind so die Achse der Elf. Das ist keine Struktur wie in einer Vereinsmannschaft, aber es muss eben auch bei uns Spieler auf dem Platz geben, die die Richtung vorgeben.Von uns wird erwartet, dass wir Verantwortung übernehmen. Wir haben schon sehr viel Erfahrung und bis auf Andi Champions League gespielt.
Die Gruppe mit Spanien, Finnland und England hat es in sich. Was ist für den deutschen Nachwuchs möglich?
Höwedes: Dadurch, dass wir Frankreich geschlagen haben, gehören wir zu einem größeren Kreis der Favoriten. England und Spanien aber auch. Wenn man Europameister werden will, muss man eh alle schlagen. Ob wir in der Vorrunde auf England und Spanien treffen oder später, das ist egal. Wir haben eine super Mannschaft und können mit Selbstbewusstsein auftreten. Warum sollten wir vor diesen Gegnern Angst haben. Unser Ziel, ist ganz klar Europameister zu werden.
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