Lediglich Philipp Heerwagen, Thomas Zdebel und Joel Epalle schneiden besser als 3,0 ab. Aber sie kamen auch nicht über die gesamte Saison zum Einsatz.
Christian Fuchs (22 Einsätze /20 benotet/Durchschnittsnote 3,10):
Das hat Spaß und Lust auf Mehr gemacht. Der Österreicher war gleich in seinem ersten Jahr eine tolle Verstärkung und bis zu seiner Verletzung richtig gut drauf. Zweikampfstark in der Defensive, enorm wuchtig nach vorne und stets mit den meisten Ballkontakten im Team. Zwei Treffer und vier Vorlagen weist eine Saisonbilanz auf, die zu früh zu Ende ging. Sein Ausfall durch eine Knieverletzung war für die Mannschaft ganz bitter. Vor allem deshalb kam der VfL am Ende noch einmal in solche Schwierigkeiten.
Mergim Mavraj (23/19/3,26):
Zweifellos der Aufsteiger im Kader und auch der mit dem größten Potential. Bei ganz wenigen Fehlpässen (die niedrigste Quote beim VfL überhaupt), löst er auch knifflige Situationen spielerisch und mit gutem Auge. Am Boden dabei noch besser als in der Luft. Der frischgebackene U-21-Nationalspieler könnte zukünftig auch ein Kandidat für die Position vor der Abwehr sein.
Anthar Yahia (24/22/3,32):
In der Vorrunde noch der überragende Bochumer, kam er nach seiner Verletzung aus dem Wolfsburg-Spiel nicht mehr wirklich auf die Beine. Der ausgesprochen faire Abwehrmann (nur etwas mehr als ein Foul pro Spiel) muss sich seinen Stammplatz erst wieder erkämpfen. Im wichtigsten Saisonspiel verzichtete Marcel Koller gar auf ihn.
Christoph Dabrowski (31/30/3,33):
Mit sechs Saisontoren stellte er einen neuen persönlichen Rekord in der ersten Liga auf. Aber auch defensiv für den VfL wieder enorm wertvoll, bestritt von allen Bochumern die meisten Zweikämpfe (50% siegreich) und beging die meisten Fouls. In seiner Zeit als "Aushilfs-Kapitän" mit einer tollen Bilanz. An ihm richteten sich die Kollegen wieder auf. In der Schlussphase (vor allem in Hamburg) vollkommen ausgepumpt und platt. Koller ließ ihn gegen Frankfurt auf der Bank. In der neuen Saison wird er wieder zu den Korsettstangen gehören.
Daniel Imhof (24/20/3,40):
Verpasste in der Rückrunde bis auf eine Ausnahme (in Hamburg) keine Spielsekunde. Untrügliches Indiz dafür, wie wichtig der Kanadier für den VfL ist. Was sich nicht jedem sofort erschließt, denn der solide "Staubsauger" (53% gewonnene Duelle) hat nur wenig Ballkontakte und ist ein typischer "Räume-Zusteller". Offensiv geht wenig, lediglich eine Torvorlage, und auf eine eigene "Bude" wartet er seit 40 Bundesligaspielen.
Daniel Fernandes (31/31/3,45):
Wehrte stolze 72% der Torschüsse, die auf seinen Kasten kamen, ab. Trotzdem nie der benötigte sichere Rückhalt. Einige starke Spiele (z.B. in Leverkusen) und dann wieder unnötige Patzer. Vor allem bei hohen Bällen und in der Strafraumbeherrschung offenbarte er Schwächen. Der Keeper konnte dem VfL nie ein Spiel "gewinnen". Auch deshalb nahm Koller ihn zwei Spieltage vor Schluss aus dem Team. Es ist derzeit völlig offen, ob er noch einmal die Kurve kriegt.
Marcel Maltritz (28/27/3,52):
Als Abwehrchef nach seiner langwierigen Verletzung gleich wieder gesetzt, aber mit verständlichen Anlaufproblemen. Der zweikampfstärkste Spieler im Kader von Marcel Koller (62% gewonnene Duelle). Ohne Scorerpunkt, obwohl er sich bei Standards immer nach vorne einschaltet. In der Spieleröffnung sicher verbesserungsbedürftig, aber spielerisch besser, als es sein Bewegungsablauf immer erkennen lässt.
Mimoun Azaouagh (30/28/3,57):
Gab an den ersten sieben Spieltagen fünf Torvorlagen - dann war Feierabend. Schoss 68 Mal aufs Tor, traf aber nur einmal. Schlug 56 Flanken, von denen nur zwei zu Treffern führten. Bei ihm stehen Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis. Geht engagiert in die Zweikämpfe, gewinnt aber nur 38% davon - ein schwacher Wert. Wird gefoult (Höchstwert) und teilt selbst aus. Seine spielerischen Möglichkeiten liegen oft brach.
Stanislav Sestak (24/23/3,69):
Nach seiner Knallersaison (22 Scorerpunkte) lag er nun deutlich darunter (14). Trotzdem mit neun Treffern erneut bester Schütze. Als er wieder richtig Fuß gefasst hatte (fünf Tore in zwei Auswärtsspielen), musste er an der Leiste operiert werden. Bedenklich: Von allen Ligaspielern hat er die wenigsten Ballkontakte (29 pro 90 Minuten).
Marc Pfertzel (27/25/3,88):
Der Allrounder im Team profilierte sich gerade nach dem Ausfall von Maltritz/Yahia als unverzichtbarer Teamplayer, der seine ganze Erfahrung und Kampfkraft einbringt. Gewann zwar nur die Hälfte seiner Zweikämpfe, schlug aber die meisten Flanken aller VfL-Akteure.
Paul Freier (28/22/3,91):
Bis zum Schluss blieb er die große Enttäuschung im Kader. Kam zwar auf 28 Einsätze, davon aber etliche stark verkürzte. Vier Vorbereitungen gehen noch, ein Tor (zum 1:3 in Hamburg) sind aber weniger als mäßig für einen ehemaligen Nationalstürmer. Wirkte in vielen Phasen behäbig und zu langsam. An der Einsatzfreude lag es gewiss nicht. Bei 37 Zweikämpfen in 90 Minuten gehörte er sogar zu den fleißigsten Spielern der Liga. Neun Gelbe Karten zeigen auch, wie er fast verzweifelt versuchte, ins Spiel zu kommen.
Auf Seite 2: Die Spieler, die auf weniger als die Hälfte aller benoteten Einsätze kamen.

