Die Abgänge von Barna Putics (FC Barcelona), Maris Versakovs (ASV Hamm) und Vaclav Vrany (Tschechien), dazu die Rotsperre von Sergio Ruiz Casanova – man musste kein ausgemachter Skeptiker sein, um dem TUSEM Essen vor dem Match gegen die HSG Wetzlar eine derbe Klatsche zu prophezeien.
Nachdem die TUSEM HSB GmbH einen Insolvenzantrag gestellt hat, ist eine neue Gesellschaft gegründet worden: die TUSEM Sport- und Marketing GmbH. An ihr halten der Verein 25,1 Prozent Anteile und die „Freunde und Gönner des TUSEM Handballs KG“ 74,9 Prozent.
Es schien alles wie immer beim TUSEM: Maskottchen "Elmar" heizte die offiziell 2.145 Fans an, die bedachten ihr Team schon zur Halbzeit der Partie gegen Melsungen mit Standing Ovations. Und sie klatschten weiter, als letztlich eine 33:36 (18:18)-Niederlage zu Buche stand.
Während das Urgestein Ben Schütte bereits seinen Verbleib beim TUSEM angekündigt hat, ist die Zukunft von Trainer Kristof Szargiej weiter offen. Fest steht mittlerweile aber, dass der Linienchef zum 1. Dezember seinen alten Posten als Außendienstmitarbeiter bei den Stadtwerken antreten wird.
Vor dem Match beim VfL Gummersbach am Sonntag (17 Uhr) haben sich die Reihen beim TUSEM gelichtet, wenn auch nur moderat. Fest steht, dass Torhüter Gerrie Eijlers und Torjäger Aljoscha Schmidt nicht mehr im Kader stehen werden. Die beiden Leistungsträger haben ihre Verträge aufgelöst.
Die neue TUSEM-Geschäftsführung um Niels Ellwanger hatte lange versucht, die sportliche und finanzielle Zukunft des Traditionsvereins zu sichern. Nun ist klar: Ex-Geschäftsführer Horst-Gerhard Edelmeier, 2005 als Sanierer angetreten, hinterlässt einen Sanierungsfall. "Die finanzielle Lage ist katastrophal", stellten die neuen Verantwortlichen fest.
Jetzt ist das Kind also in den Brunnen gefallen, aus dem man es bereits 2005 mühsam befreien musste. Da stellt sich die Frage: Ist diese Göre namens TUSEM nicht lernfähig? Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen den Abstürzen von damals und heute:
Der in Existenznöte geratene Handball-Traditionsklub Tusem Essen hat am Dienstag Antrag auf Insolvenz gestellt und steht damit zugleich als erster Absteiger aus der Bundesliga fest.
Was RevierSport schon vor Wochen vermutete ist seit Montag Gewissheit: Der umstrittene Geschäftsführer Horst-Gerhard Edelmeier von Handball-Bundesligist Tusem Essen hat die Konsequenzen aus den finanziellen Problemen des Klubs gezogen und ist zurückgetreten. Sein Nachfolger ist der bisherige stellvertretende Leiter der Handball-Abteilung, Niels Ellwanger.
Die SG Flensburg-Handewitt hat am zehnten Spieltag der Handball-Bundesliga mit einem 26:33 (13:16) beim SC Magdeburg die erste Saisonniederlage kassiert und Boden auf den siegreichen Rekordmeister THW Kiel verloren. Der von der Insolvenz bedrohte Tusem Essen durfte sich derweil nach einem 27:26 (13:12) über GWD Minden über die ersten Punkte der Saison freuen.
Aljoscha Schmidt hatte sich auf die Bundesliga-Pause gefreut, schließlich wollte er nach den letzten kräftezehrenden Wochen endlich einmal die Beine hochlegen. Das muss er nun länger als erhofft. Nach einem Trainings-Zusammenprall mit Alexander Schult ist der TUSEM-Linksaußen bis Mittwoch krank geschrieben. Diagnose: Schlüsselbeinprellung.
Die Qualifikationsrunden zur 14. Auflage der Essener Stadtmeisterschaften wurden im Ambiente des Schalanders der Privatbrauerei Jacob Stauder ausgelost.