Die Absage des Derbys gegen Homberg passt Stefan Janßen überhaupt nicht in den Kram. Denn der VfB-Trainer will endlich wissen, wohin die Reise für Speldorf gehen soll. "Wir hätten dieses Endspiel gerne schon hinter uns, denn dann wäre der Weg schon klar", erzählt der Coach.
In der Saison 2004/05 lieferten sich Speldorf und Homberg schon einmal einen erbitterten Kampf. Damals ging es um den Oberliga-Aufstieg. Die Mülheimer sicherten sich den direkten Sprung nach oben, Duisburg zog durch die Relegation nach.
Und auch am morgigen Montag fighten die beiden Stadtnachbarn erneut um ein gemeinsames Ziel.
Nach der erneuten Pleite gegen Aachen II muss man sich in Speldorf langsam aber sicher vom Traum der NRW-Liga verabschieden. Der VfB hat seine Qualität zwar schon mehrfach unter Beweis gestellt, aber der jungen Mannschaft von Trainer Stefan Janßen fehlt einfach die Erfahrung.
Der Mittwoch begann mit einem Schock für WSV II-Trainer Ayhan Tumani: Jan Hammes musste das Training der Regionalliga-Truppe abbrechen und konnte somit auch nicht in der Reserve aushelfen. Doch die kam auch ohne seine Hilfe gegen den VfB Speldorf zurecht und siegte locker mit 3:1 (2:1).
Sturmtief "Emma" hat in Speldorf für mächtig Wirbel gesorgt. Denn als VfB-Trainer Stefan Janßen am letzten Samstag-Morgen von der Spielabsage erfuhr, schwoll sein Hals bis zum Zerbersten an: "Wuppertal weiß schon 36 Stunden vorher, dass der Platz unter Wasser steht. Das ist ein Witz." Der ehemalige Schalker, der seine Elf immer punktgenau auf ein Match vorbereitet, regt sich besonders darüber auf, dass dem WSV satte drei Möglichkeiten zur Verfügung stehen, eine Partie auszutragen.
Mit einem 4:0-Kantersieg des MSV Duisburg II beim VfB Homberg am Freitagabend begann der 22. Spieltag der Oberliga Nordrhein gleich mit einem Paukenschlag. Einen Tag später stand das Spitzenspiel zwischen den Zweitvertretungen Leverkusens und Mönchengladbachs auf dem Programm. Die Werkself gewann durch einen Treffer von Sascha Dum (12.) mit 1:0 und bleibt damit unangefochten an der Tabellenspitze. Für den Rivalen auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite setzte es dagegen eine unerwartete Niederlage.
Die Sensation war zum Greifen nah, aber wieder einmal langte der VfB Speldorf ins Leere. "Wir haben den Anfang völlig verpennt", ärgert sich Michael Klauß über die schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft. Der Sportliche Leiter der Mülheimer schüttelt den Kopf: "Das darf in unserer Situation einfach nicht passieren. Leverkusen hat zwar eine gute Mannschaft, aber keine unschlagbare."
Der SV Straelen hat seinen Tabellenplatz eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach einer blamablen Leistung konnte der Tabellenletzte noch froh sein, dass es am Ende “nur” 0:6 stand und die Mannschaft von einer zweistelligen Pleite verschont blieb. Wesentlich spannender verlief es da im Topspiel zwischen der Zweiten von Borussia Mönchengladbach und dem ETB SW Essen. Die Schwarz-Weißen konnten in den letzten zehn Minuten noch den verdienten Punkt retten.
Wenn der VfB Speldorf am heutigen Sonntag den Spitzenreiter Leverkusen II empfängt, rechnet kaum jemand mit einer Überraschung. Zu stark präsentierte sich Bayer in der Hinrunde. "Aber ich würde nicht gegen uns tippen", schmunzelt Speldorfs Trainer Stephan Janßen beim Blick auf den Expertentipp. Und der Optimismus kommt nicht von ungefähr.
"Das war ein Paukenschlag gegen einen sehr starken Gegner", leuchten auch vier Tage nach dem Coup in Essen noch die Augen von Speldorfs Trainer Stefan Janßen. Kein Wunder, denn den Dreier hatte den Mülheimern vor dem Derby niemand zugetraut. "Aber ich möchte lieber erst einmal ein paar Spiele abwarten, bevor ich sage, dass die Mannschaft dazugelernt hat", zeigt sich Janßen reserviert.
Klaus Wörsdörfer, Vorsitzender des Mülheimer Oberligaklubs VfB Speldorf, hält die Umsetzung der neuen Richtlinien, die der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) für die Oberliga Klubs herausgegeben hat, im Speldorfer Stadion für unmöglich.
Neue Restrunde, altes Leid. Das Verletzungspech hat dem VfB Speldorf mal wieder einen Strich durch die Vorbereitungs-Rechnung gemacht. Da die Stammspieler Patrick Ziegler, Mladen Kovacic, Sergej Tytarchuk, Mykolay Makarchuk und der neue Kapitän Rafael Synowiec gar nicht oder nur eingeschränkt trainieren können, sind Trainer Stefan Janßen beim Taktieren die Hände gebunden. "Wir haben eine suboptimale Phase", stellt auch Michael Klauß fest.