Zu Hause hui, auswärts pfui. Der SV Schermbeck schafft es einfach nicht, in der Fremde zu punkten. „Wir sind das auswärtsschwächste Team der Liga und dürfen uns nicht beschweren, dass wir dann in der Tabelle so weit unten hängen“, ärgert sich SVS-Trainer Martin Stroetzel.
Und es klappt doch noch. Nach Wochen der Tristesse hat der SV Schermbeck in die Erfolgsspur zurückgefunden. Mit dem 1:0-Erfolg gegen die Bielefelder Reserve ist der Truppe von Trainer Martin Stroetzel nach fünf sieglosen Partien in Folge endlich wieder ein Dreier geglückt. „Ich hoffe, dass es für uns nun auch mal in die andere Richtung geht“, pustet Stroetzel tief durch.
Nach vier Pleiten in Folge ist in Schermbeck Ernüchterung eingekehrt. „Wir müssen sicherlich nicht mehr nach oben blicken, sondern zusehen, dass wir uns bis zur Pause von unten fern halten“, redet Michael Benninghoff nicht um den heißen Brei herum.
Ein schöneres Geschenk hätte sich Horst Darmstädter zum 71. Geburtstag aus sportlicher Sicht wohl kaum wünschen können: Sein VfB Hüls holte im Abstiegsduell nicht nur wichtige drei Punkte, sondern tankte beim 2:0-Auswärtserfolg - in Hälfte zwei traf erst Krawietz, kurz vor Schluss auch noch Tuncay - auch jede Menge Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.
Für Martin Stroetzels Schermbecker läuft es im Moment einfach nicht rund. Bei der Zweitvertretung von Alemannia Aachen verlor der SVS mit 0:3 (0:0) und wartet damit seit nunmehr drei Spielen auf einen dreifachen Punktgewinn. Die Aachener dagegen sprangen durch den Erfolg zumindest vorübergehend auf Rang zwei und unterstrichen ihre Klasse.
Nach der jüngsten Pleite in Köln war der Ärger in Schermbeck mächtig groß. Manager Michael Benninghoff sprach via RS Klartext und machte seinem Zorn Luft. Doch die Äußerungen sind bei Martin Stroetzel nicht gut angekommen. Der Trainer des SVS ist überrascht, mit welcher Schärfe die Mannschaft angegangen wurde.
Die Fahrt nach Köln hätte sich der SV Schermbeck auch getrost schenken können. Denn bei der dortigen Fortuna ging die Elf von Coach Martin Stroetzel sang- und klanglos mit 1:3 (1:1) unter. Manager Michael Benninghoff ist restlos bedient: „Wir vom Vorstand sind schon sehr enttäuscht. Für diesen Auftritt habe ich keine Erklärung.“ IM RS-Interview ließ der Funktionär mächtig Dampf ab.
Martin Stroetzel befindet sich in einer für ihn ungewohnten Gefühlswelt. Denn nach Wochen der Kritik hat der Trainer des SV Schermbeck nach dem 3:0-Knaller gegen Dattenfeld nicht viel zu bemängeln. Im Gegenteil: Denn wie der SVS die Germania in die Knie gezwungen hat, lässt ihn sogar mit der Zunge schnalzen.
Während beim Vest-Nachbarn in Hüls die Personeldecke weiterhin extrem dünn ist, kann Schermbecks Trainer Martin Stroetzel langsam durchatmen. Denn Mirko Talaga hat die Nachwehen seiner Blinddarm-OP überstanden und ist wie Urlauber Christof Konowski wieder dabei. Außerdem wird auch Sascha Siebert am heutigen Sonntag gegen Dattenfeld an Bord sein.
Beim SV Schermbeck läuft es derzeit nicht besonders rund. Deshalb ist Trainer Martin Stroetzel über jede positive Nachricht froh, auch wenn sie von Außen kommt. Denn dass sein SVS im Westfalenpokal jetzt doch noch eine Runde weiter ist, stellt den Coach mächtig zufrieden:
Sechs Tore, zwei Elfmeter und ein umstrittener Platzverweis. Obwohl seine Truppe drei Punkte einsackte, musste Schermbecks Coach Martin Stroetzel erst mal durchpusten. Denn der Trainer war mit der Leistung des Unparteiischen absolut nicht einverstanden.