Mit jeweils 2:0-Siegen haben sich am ersten Spieltag der Oberliga Westfalen Aufstiegsfavorit Preußen Münster, der Neuling Germania Gladbeck sowie die Sportfreunde aus Oestrich an die Tabellenspitze gesetzt. Ebenso gelungen war der Start für die zweite Mannschaft des FC Schalke 04, die sich bei der Reserve des VfL Bochum mit 1:0 durchsetzte, sowie für RW Ahlen II (1:0 gegen Aufsteiger Wiedenbrück).
"Wir waren schon ziemlich vernünftig, hatten aber auch mächtig Spaß", leuchten die Augen von Martin Stroetzel. Der Trainer des SV Schermbeck machte in der letzten Woche mit seiner Mannschaft Bulgarien unsicher. "Die Jungs haben auf mein Alter Rücksicht genommen", schmunzelt der 41-Jährige.
Das, wovon die Schalker Fans nur träumen durften, ist für viele Reviermannschaften schon Realität: Die vorzeitige Meisterschaft in der jeweiligen Klasse. Die Sektkorken knallten nicht erst am letzten Wochenende auf den Plätzen und in den Kabinen. Einige Vereine können sich wie der Karlsruher SC schon seit geraumer Zeit zurücklehnen und das Restprogramm als Schaulaufen betrachten. Oder der zweiten Garde zu Einsätzen verhelfen und ganz in Ruhe für die nächste Saison, die man in der nächsthöheren Spielklasse bestreitet, planen.
Es scheint lediglich eine Frage der Zeit, bis der SV Schermbeck auch theoretisch nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen ist. 13 Zähler Vorsprung vor dem SC Wiedenbrück hat die Mannschaft von Martin Stroetzel, die zuletzt an den Tag gelegte Konstanz lässt keinen Zweifel am Sprung in die Oberliga. Routinier Alexander Kaul ist sicher: "Wir steigen auf. Definitiv!"
Mit 13 Punkten Vorsprung stürmt der SV Schermbeck der Oberliga entgegen, ernsthafte Zweifel am Aufstieg gibt es keine. „Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr in der Oberliga spielen. Obwohl wir noch einige Zähler brauchen“, ist sich SVS-Offensiv-Spezialist Alexander Kaul sicher. Von den benötigten vier Zählern, die den Aufstieg auch theoretisch perfekt machen würden, will Kaul bereits am Wochenende drei holen: „Wir gewinnen in Emsdetten und haben danach zu Hause die große Aufstiegsfeier.“
Endspiel für die Schermbecker Reserve: Am Sonntag gastiert mit Schwarz-Weiß Meckinghoven der Vorletzte der Tabelle beim Drittletzten – nur der Sieger hat noch reele Chancen auf den Klassenerhalt. „Das ist das wichtigste Spiel der Saison. Wenn wir verlieren, dann wird es ganz schwer“, sagt der sportliche Leiter des SVS, Michael Benninghoff. Sein Team hat drei Zähler Rückstand zum rettenden Ufer, Meckinghoven vier.
Der 25. Spieltag ist gestückelt. Bereits am Freitag muss SuS Neuenkirchen gegen die Borussia aus Emsdetten versuchen, wieder über den ominösen Strich zu kommen. Das hat der Lüner SV in der letzten Woche durch den glücklichen Sieg gegen Hiltrup geschafft. Ob die Truppe von Spielertrainer Mark Bördeling den kleinen Lauf von zwei Dreiern in Serie auch in Wiedenbrück fortsetzen kann, darf allerdings bezweifelt werden. "Die spannendste Spiel findet am Sonntag in Rhynern statt", meint RS-Experte Dirk Starke, Fußball-Abteilungsleiter des VfB Fichte Bielefeld.
Der SV Schermbeck ist auf seinem Weg in die Oberliga eigentlich nicht mehr zu stoppen. Neun Punkte Vorsprung auf den Zweiten aus Wiedenbrück sind ein beruhigendes Polster. Doch von den Vorschuss-Lorbeeren will SVS-Trainer Martin Stroetzel nach wie vor nichts wissen. "Ich will nicht tiefstapeln, sondern einfach nur Vorsicht walten lassen. Es kann noch so viel passieren, dass noch gar nichts feststeht."