Vor der Meisterschafts-Ausfahrt KFC Uerdingen wurde Pokal-Sprit getankt. Der 2:1-Sieg im Rahmen des Achtelfinals des Diebels-Niederrhein-Pokals beim Bezirksligisten Wesel-Lackhausen wurde vom Nordrhein-Oberligisten VfB Homberg eingefahren. Alles keine Glanzleistung, "aber wir sind eine Runde weiter gekommen", legt sich Michael Boris, Coach, fest.
Wenn sich der VfB Homberg am heutigen Sonntag auf den Weg nach Bergisch-Gladbach macht, können sich die Kicker von Coach Michael Boris einiges anhören. Denn der schwache Diebels-Niederrheinpokal-Auftritt in Wesel wurmt den Trainer noch immer. "Es gab nur zwei Mann, die die nächste Runde erreichen wollten", meckert Boris: "Der eine war ich, der andere der liebe Gott, der es zum Glück regnen ließ." Neuer Termin ist nun der kommende Sonntag (15 Uhr).
Der Auftakt des VfB Homberg ist bislang nicht optimal verlaufen. "Aus den ersten beiden Spielen haben wir vier Punkte geholt, aus den kommenden sechs Partien die gleiche Ausbeute eingefahren. Klar, dass damit niemand zufrieden ist", verschließt Michael Boris nicht die Augen vor der Realität. Der Trainer der Duisburger hat für die unkonstanten Auftritte seiner Elf auch einige Gründe ausgemacht:
Wer kennt die Szene nicht? Apollo Creed und Rocky Balboa stehen sich nach einem mörderischen Kampf blutüberströmt gegenüber. Es ist die letzte Runde im WM-Schwergewichtskampf. Mit letzter Kraft setzen sie zum finalen Schlagabtausch an und stürzen zu Boden. Der Ringrichter beginnt beide anzuzählen. Bei "neun" schafft es Rocky, taumelnd und entkräftet wieder auf die Beine zu kommen, während Creed erschöpft im Ring liegen bleibt. Doch was hat der Kult-Streifen aus dem Jahr 1973, der 1980 mit dem "American Movie Award" ausgezeichnet wurde, mit dem VfB Homberg zu tun? "Ganz einfach, ich habe meinen Jungs genau diese Sequenz kurz vor dem Match gegen Speldorf vorgespielt", greift Michael Boris gerne in seine Motivationskiste.
Nach dem turbulenten Kartenfestival in Velbert (RS berichtete) steht für den VfB Homberg am heutigen Sonntag der nächste Kampf auf dem Plan. Denn im Derby gegen Speldorf müssen die Duisburger ihre schlechte Heimbilanz korrigieren. "Wir haben zwei Mal in Folge vor unseren Fans verloren und uns damit selbst unter Druck gesetzt", kommt für Kapitän Christian Hinz außer einem Dreier nichts in Frage.
Auf die Zweitvertretung des VfB Homberg wartet am sechsten Spieltag der KSV Pascha Spor 1978. Auf den ersten Blick lässt das Homberger Gastspiel in der Samt-und Seidenstadt nur einen Schluss zu: Sieg für Homberg. Ein Torverhältnis von 2:25 und kein einziger Zähler auf der Habenseite lassen den Landesligaabsteiger derzeit als Inhaber der Roten Laterne schlecht aussehen. Doch VfB Coach Achim Kontermann warnt: „Der KSV ist nicht so schlecht, wie es momentan ausschaut. Wir müssen hochkonzentriert zu Werke gehen.“ Trotz aller Vorsicht tippt der Duisburger Übungsleiter auf einen Sieg seiner Elf: „Wir gewinnen 1:0. Alles andere als ein Sieg wäre angesichts der Tabellensituation eine herbe Enttäuschung.“
Was war denn da los? Nicht nur dass der VfB Homberg in der Oberliga Nordrhein am Sonntag mit 0:2 in Velbert verlor, die Duisburger sahen nach dem Wechsel innerhalb von 35 Minuten auch noch vier Ampelkarten. Kamil Kuzniarz (55., wiederholtes Foulspiel), Manfred Wranik (79., Reklamation), Christian Hinz (85., Reklamation) und Simon Edu (90., wiederholtes Foulspiel) wurden von Schiedsrichter Christian Erbs (Kreis Neuss) frühzeitig unter die Dusche geschickt.
Auf den Aufsteiger TuS Preußen Vluyn wartet am fünften Spieltag das bisherige Highlight der noch jungen Spielzeit. Mit dem Tabellenführer TSV Wachtendonk-Wankum taucht eine Mannschaft am Vluyner Jahnplatz auf, die bislang keines ihrer Matches an den Gegner abgeben musste und zudem über die stärkste Offensive (14 Tore) der Liga verfügt. Dirk Albrecht, Coach bei den Preußen, lässt das kalt:
Der VfB Homberg hat auf den mittelmäßigen Saison-Start reagiert und kurz vor dem Transferende noch zwei Mal personell zugeschlagen. Vom MSV Duisburg II kommt Nicola Koncic. Der 20-jährige Mittelfeld-Akteur hat besonders seinen neuen Coach Michael Boris überzeugt: "Er bringt uns spielerisch mit Sicherheit weiter, weil kämpfen können wir ja schon." Zweiter Neuer im Bunde ist Bozo Kucmanovic. Der 19-Jährige gilt dabei allerdings eher als Perspektivspieler. "Aber er hat sehr gute Ansätze", ist Boris zufrieden.
Für den Aufsteiger VfL Rheinhausen verliefen die ersten drei Spieltage der jungen Saison höchst unterschiedlich. Nach zwei Auftakterfolgen gegen durchaus namhafte Gegner - Landesliga-Absteiger KSV Paschaspor musste sich am zweiten Spieltag dem VfL geschlagen geben - musste das von Coach Ingolf Matthes trainierte Team beim letzten Aufeinandertreffen Lehrgeld zahlen.
Mit der Maximalausbeute von zwölf Punkten aus den ersten vier Spielen sind die Reservemannschaften von Bayer Leverkusen und des 1.FC Köln in die neue Saison der Oberliga Nordrhein gestartet. Auch an diesem Wochenende waren sie nicht zu schlagen, auch wenn die Siege jeweils sehr knapp ausfielen.