Natürlich steigt auch in der Wattenscheider Lohrheide die Vorfreude auf den DFB-Pokal am kommenden Wochenende. Doch bevor die Mannschaft von Thomas Obliers mit einem Erfolg gegen den FFC Oldesloe (Anpfiff 11 Uhr) in das Achtelfinale einziehen will, wurde das 1:1 gegen Wacker München vom letzten Sonntag aufgearbeitet. „Das Spiel mussten wir erstmal verdauen. Darüber haben intensiv geredet und jetzt bereiten wir uns intensiv auf das Cup-Match vor“, erklärt der Coach.
Jonas Kaczenski gehörte sieben Jahre lang zum Wattenscheider „Inventar“, durchlief von der D-Jugend an alle Jahrgänge im Dress der Schwarz-Weißen und landete folgerichtig im NRW-Liga-Kader. Doch nun ist es für den 20-Jährigen an der Zeit, die Koffer zu packen. Der ersehnte Studienplatz in Bremerhaven wartet auf Kaczenski, der die Zelte zukünftig an der Weser aufschlägt.
Die Serie ist gerissen. Nach acht Partien in der neu gegründeten NRW-Liga setzte es für die SG Wattenscheid 09 am Sonntag bei der Zweitvertretung der Fortuna Düsseldorf die erste Saisonniederlage - und das völlig verdient.
Auch wenn seine Mannschaft in den letzten zwei Partien vier Zähler verbuchen konnte, so ganz zufrieden zeigt sich 09-Coach „Putsche“ Helmig vor dem Spiel bei der Fortuna Düsseldorf II mit der Mannschaftsleistung nicht. „Wir müssen fußballerisch auf jeden Fall zulegen, wenn wir in Düsseldorf etwas holen wollen. Da hat es zuletzt ein wenig gehakt.“
Routinier Farat Toku war der Frust nach dem 1:1 gegen den SC Fortuna Köln deutlich anzusehen. Nicht nur für das Team verliefen die 90 Minuten holprig, gerade er persönlich erlebte einen Abend zum abhaken.
18. März 1989, 24. Spieltag der Zweiten Bundesliga. 10.000 Menschen pilgerten ins Kölner Südstadion, um zu sehen, wie Fortuna und die Sportgemeinschaft die Klingen kreuzten. Und die Besucher erlebten ein Spiel, das sicherlich zu den legendärsten Zweitligaduellen aller Zeiten gehören dürfte.
Dirk "Putsche" Helmig weiß den 3:0-Erfolg gegen Liga-Favorit Westfalia Herne richtig einzuordnen. "Das 3:0 täuscht, wir waren spielerisch über weite Strecken nicht auf Augenhöhe", analysiert der Lohrheide-Coach den Dreier vom Freitag, will aber von Glück nichts wissen.
Ich war am Wochenende Zeuge eines denkwürdigen Derbys. Am Freitagabend spielte Wattenscheid 09 gegen Westfalia Herne. In vielen Jahren als Beobachter der Szene gab es kein Spiel, wo das Resultat dermaßen absurd daher kam, wie an diesem Freitagabend. Statt 1:4 oder 1:5 gab es einen 3:0-Heimsieg für Wattenscheid. Fußball ist ungerecht!!! 100 Euro ins Phrasenschwein.
Langsam gehen Dirk Helmig die Argumente aus. Auch nach der Partie gegen Liga-Favorit Westfalia Herne bleibt seine Sportgemeinschaft ungeschlagen, grüßt nun sogar von der Ligaspitze, wo man die Westfalia ablöste.
Die unheimliche Auswärtsserie hält! Seit dem 3. Juni 2007 hat die SG Wattenscheid 09 kein Spiel auf fremdem Geläuf mehr verloren. Und Trainer Marco Rudnik erklärt vor dem Gang nach Dortmund am kommenden Sonntag (11 Uhr): "Ich hätte nichts dagegen, wenn wir diesen Lauf weiter ausbauen." Wie stark die SGW in der Ferne ist, bekam zuletzt der 1. FC Köln schmerzlich zu spüren: 1:4!
Verletzungspech an der Lohrheide: Nach Bulut Aksoy, Vincenzo Burgio (muskuläre Probleme) und Michael Dolezych (Kreuzband) fällt mit Innenverteidiger Niklas Schweer der nächste Lohrheidekicker aus. Der Youngster hat sich im Spiel bei Rot Weiss Essen II am vergangenen Sonntag einen Kapselanriss zugezogen und steht mindestens zwei Wochen nicht zur Verfügung. Kurios: Damit liegen alle Wattenscheider Neuzugänge auf Eis.
Es ist nicht einfach, Helmig-Assistent Carsten Schmitt Persönliches zu entlocken. „Ich bin nicht der Typ, der gerne im Vordergrund steht“, bleibt der A-Lizenzinhaber bescheiden. Für RevierSport macht der Versichungsfachmann eine Ausnahme und steht vor der heutigen Partie bei Rot-Weiss Essen II Rede und Antwort.