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Was verändert sich, wenn es der BVB nicht nach Europa schafft?
Unser Vorteil gegenüber einem normalen Klub, der seine Ziele verpasst, ist, dass wir die Möglichkeit haben, antizyklisch zu reagieren, weil wir die wirtschaftliche Basis haben. Nie wieder einen Euro Schulden für sportlichen Erfolg – dieser Satz bleibt auf Jahre hinweg unangetastet. Aber wenn wir die Europa League verpassen, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Man kürzt die Mittel für das Mannschaftsbudget so stark, dass man nicht mehr ambitioniert genug ist. Oder man sagt: Wir wollen zwar Geld verdienen, aber jetzt müssen wir zunächst einmal in Vorleistung treten und ans Festgeld herangehen, es nicht auflösen, aber ein Stück weit abschmelzen. Das hätten wir vor.
Oder Sie verkaufen den einen oder anderen Spieler. Der wechselwillige Ilkay Gündogan könnte Geld in die Kasse bringen. Wer geht noch?
Es ist nicht gesagt, dass wir weitere Spieler abgeben, das müssen wir nicht. Wir werden das in Ruhe entscheiden – nach der Saison.
Welche Argumente gibt es, Stürmer Ciro Immobile zu halten?
Eine ganze Menge. Er hat vier Champions-League-Tore geschossen, was nicht schlecht ist. In der Bundesliga hat er relativ wenig getroffen, weil er wenig gespielt hat, da vor ihm Pierre-Emerick Aubameyang sehr, sehr zuverlässig Tore erzielt hat. Das ist kein Argument gegen Immobile.
Aber er hat 18 Millionen Euro Ablösesumme gekostet, was viel ist für einen Reservisten. Für den oft so unglücklichen Henrikh Mkhitaryan investierte der BVB sogar noch deutlich mehr. Ist Ihre Geduld für ihn bald aufgebraucht?
Ich liebe den Fußball, und wenn ich Henrikh Mkhitaryan
Henrikh Mkhitaryan» zum Profil spielen sehe, dann lacht mir oft das Herz. Im seinem ersten Jahr beim BVB hat er 13 Pflichtspieltore gemacht und neun Vorlagen gegeben. Das war nicht schlecht. Und alles war neu für ihn: die Mentalität, die Sprache, die Mitspieler. Dieses Jahr hat es nicht so optimal hingehauen, aber wegen eines nicht optimalen Jahres jetzt zu sagen, dass das nicht unser Mann ist, das wäre krank.
Nicht optimal wäre eine beschönigende Beschreibung für die Hinserie der Borussia. Wie haben Sie persönlich - mit dem Abstand von heute - diese Phase als KGaA-Chef erlebt?
Es war furchtbar. Mit Ausnahme der Anfangszeit damals 2005 war dieses Jahr für mich persönlich die schwierigste Herausforderung. Die ganze Saison stand unter schlechten Vorzeichen. Die Langzeitverletzten, die WM und bei mir privat kam der Schicksalsschlag mit meinem Vater dazu (Hans Watzke verstarb im Spätsommer des vergangenen Jahres, d. Red.). Er hat mir in den Monaten danach sehr gefehlt, weil ich mich mit ihm immer austauschen konnte. Bei den meisten Menschen muss man davon ausgehen, dass sie einem keine wertfreie Antwort geben, sondern immer irgendwas im Hinterkopf haben. Mein Vater war einer der wenigen Menschen, bei denen ich immer wusste, dass ich eine wertfreie Antwort bekomme. So ging es dann immer weiter runter. Ich glaube aber, dass der Verein gestärkt aus der Erfahrung dieses Jahres hervorgeht. Denn die Ruhe und Besonnenheit, die dieser Verein auch in schwierigsten Phasen ausgestrahlt hat, hätte es nicht überall gegeben.
Lesen Sie auf Seite 3: Klopps BVB-Abschied "ist die richtige Entscheidung"




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