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Sie betonen stets, wie wichtig das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen, Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Jürgen Klopp ist. Haben Sie auch daran gedacht zu reagieren und den Trainer zu entlassen?
Ich kann nur dann reagieren, wenn ich das Gefühl habe, dass wir den falschen Trainer haben. Das hatte ich aber keinen einzigen Tag. Jeder von uns hatte das Gefühl, dass wir in einen nicht enden wollenden Alptraum abgleiten. Aber nach den acht Stunden, in denen wir die Hinrunde im Dezember analysiert haben, hatte ich wieder die feste Überzeugung, dass wir das gedreht bekomme . Da habe ich gespürt, dass wir an einem Strang ziehen.
Nun hat der Trainer vor wenigen Wochen um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Haben Sie versucht, ihn umzustimmen?
Über die Jahre entwickelt man ja immer mehr ein Gefühl für den anderen. Es war Jürgens Wunsch und nachdem wir uns sehr, sehr oft ausgetauscht hatten, haben wir alle zusammen das Gefühl gehabt, dass es die richtige Entscheidung ist. Diese Geschichte, die Jürgen mit uns in den letzten sieben Jahren geschrieben hat, ist eine der größten, die es in den letzten 50 Jahren im Fußball gegeben hat. Von ganz unten nach ganz oben. Aber jeder wusste, dass sie irgendwann zuende sein wird. Trotzdem hat es weh getan.
Halten Sie für möglich, dass er mal Trainer bei den Bayern wird oder verhindert das Ihre Freundschaft?
Ob er jemals das Bedürfnis hat, zu Bayern München zu gehen, dass muss er ganz allein entscheiden. Wir würden auch dann Freunde bleiben, das ist keine Frage.
Wäre er der Aufgabe gewachsen?
Jürgen könnte jeden Klub dieser Welt trainieren. Er ist als Trainer absolute weltklasse. Dass er ein großartiger Kerl ist, dass er eine große Ausstrahlung hat, ist alles richtig. Aber das alles Entscheidende - und darauf reduziert sich das bei den absoluten Top-Klubs dieser Welt - ist die fachliche Kompetenz. Die brauchen niemanden, der übermäßig sympathisch ist oder freundlich, sondern jemanden, der Fußball-Fachmann ist. Und das ist Jürgen über alle Maße.
Das klingt auch fast wie ein Plädoyer für Ihren neuen Trainer Thomas Tuchel.
Warum?
Er gilt als Fachmann, aber auch als eigenwillig.
Er ist ein Fachmann - zweifellos! Ich möchte zum Thema Thomas Tuchel aus Respekt vor Jürgen aber noch nichts sagen. Nur das: Es gibt ganz wenige Menschen auf dieser Welt, gegen die es nicht irgendwelche Einwände von Außenstehenden gäbe. Das beste Beispiel ist, dass man damals in Hamburg Jürgen Klopp offenbar nicht haben wollte, weil er Löcher in den Jeans hatte. Es werden gerade am Anfang viele Stereotype und Vorurteile übernommen. Thomas Tuchel sollte bei uns erstmal arbeiten dürfen, bevor er in irgendeiner Art bewertet wird.
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